Der Eichenprozessionsspinner (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Noch mehr Schädlinge Eichenprozessionsspinner wird zur Plage

Klein, haarig, gefährlich: Der Eichenprozessionsspinner vermehrt sich in Rheinland-Pfalz explosionsartig, die Schäden im Wald werden schlimmer. Schuld sind Hitze und Trockenheit.

Bei den Forstämtern seien enorm viele Schadenshinweise eingegangen, sagte Ralf Christmann von Landesforsten Rheinland-Pfalz. Es seien noch mehr als in dem ohnehin schon schwierigen Jahr 2018. Grund dafür: Der allgemeine Klimawandel, aber auch die Hitze der vergangenen Tage.

Die von den Insekten befallenen Bäume seien durch die Trockenheit bereits geschwächt, sodass die Raupen leichtes Spiel hätten. Das Problem werde in Zukunft noch größer, die Eichenprozessionsspinner fänden weiterhin ideale Bedingungen in Rheinland-Pfalz vor.

So sieht der Eichenprozessionsspinner aus

Der Eichenprozessionsspinner (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Auf den ersten Blick kaum zu erkennen: So sieht ein befallener Baum aus. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Wegen der Hitze werden die Raupen immer häufiger. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Die allergische Reaktion beim Menschen lösen die Haare aus. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Die Haare bleiben auch in den Gespinsten hängen. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Die Haare können noch Jahre später allergische Reaktionen auslösen. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Bei Wind können Gespinster und Haare in der Luft verteilt werden. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Eine Entfernung der Nester kann recht aufwendig sein. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Raupen und Gespinster müssen von den Bämen geschabt werden. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Alles angefressen: Die Schäden an den Eichen sind gravierend. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
In einigen Wäldern werden Warnschilder aufgehängt. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen

Dabei sind die haarigen Tierchen nicht nur für Bäume, sondern auch für Menschen eine Gefahr. Das Nesselgift in den Brennhaaren der Raupen kann zu Rötungen, allergischen Schocks und Asthma-Anfällen führen.

Für die 44 Forstämter im Land sind deshalb Hinweisschilder produziert worden, die Spaziergänger vor dem Eichenprozessionsspinner warnen sollen. Doch alle rund 450 Schilder sind Christmann zufolge mittlerweile vergriffen. "Selbst in den höheren Lagen im Westerwald gibt es die ersten Anfragen, da sind die ersten Eichen befallen."

In den nächsten ein bis zwei Wochen werden sich die meisten Raupen in Schmetterlinge verwandelt haben. Die Gefahr sei deshalb aber nicht gebannt, warnt Christmann: "Die Brennhaare sitzen in den Gespinsten an den Bäumen und können noch bis zu fünf Jahre oder länger allergen bleiben." Bei Wind könnten die Haare durch die Luft verteilt werden.

Dauer

Das Entfernen bietet Konfliktpotential

Die Nester an Eichen, die einem dichten Spinnennetz ähneln, müssten deshalb von Spezialfirmen abgesaugt werden. Das liege in der Eigenverantwortung jedes Wald- und Gartenbesitzers - und berge durchaus Konfliktpotential. Es gebe bereits einzelne Anzeigen von Privatpersonen gegen Kommunen. "Zum Beispiel von Eltern, deren Kind wegen der Brennhaare in die Notaufnahme musste. Die beschweren sich, dass die Nester nicht entfernt wurden", so der Experte.

Das Umweltministerium in Mainz beobachtete nach eigenen Angaben wegen des kühlen Frühjahrs zunächst eine verzögerte Entwicklung der Eichen und damit auch des Eichenprozessionsspinners. "Gerade da, wo er im letzten Jahr auftrat, sehen wir ihn aber auch dieses Jahr wieder", sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Von einer flächendeckenden Verbreitung wolle man jedoch nicht sprechen. Wer Eichen im Garten habe, könne sich von der jeweiligen Kommune beraten lassen.

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