"Hitlerglocke" ist Vergangenheit Neue Klänge in der Mehlinger Kirche

In Mehlingen (Kreis Kaiserslautern) ist am Sonntag die neue Glocke der evangelischen Kirche mit einem Festgottesdienst eingeweiht worden. Zuvor wurde die sogenannte Hitlerglocke ausgetauscht.

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Die abgehängte Glocke aus dem Jahr 1933 wurde einem Museum übergeben. Sie trägt unter anderem die Aufschrift "Ins Dritte Reich hineingeboren, hat man mich für das Wort erkoren". Die Kosten von 14.000 Euro für die 268 Kilogramm schwere neue Glocke trägt die Evangelische Landeskirche.

Der Klangkörper trägt ein christliches Kreuz und den Vers "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort" aus dem Johannes-Evangelium. "Nichts auf dieser Welt ist wichtiger als Gott und als das, was er uns zu sagen hat", sagte der ehemalige Oberkirchenrat Michael Gärtner in der Predigt.

Weitere vier umstrittene Glocken aus der NS-Zeit

In Mehlingen wurde nach monatelangen Diskussionen die erste von insgesamt fünf umstrittenen Glocken aus der NS-Zeit ausgetauscht. Bei den Nachforschungen hatte die Evangelische Landeskirche weitere vier entdeckt: in Essingen, Pirmasens-Winzeln, Herxheim am Berg sowie im saarländischen Homburg-Beeden.

Insgesamt hatte eine Sachverständige zehn Glocken ausfindig gemacht. Die Inschriften der fünf anderen Exemplare - etwa "Gedenkt!" - wurde als unverfänglich bewertet. Der Kirche zufolge soll auch die Glocke in Essingen (Südliche Weinstraße) demnächst ausgetauscht werden. Die restlichen drei der fünf Exemplare in der Region bleiben nach einem Beschluss der örtlichen Gemeinden hängen.

in Herxheim bleibt die NS-Glocke hängen

Streit hatte es insbesondere um einen Klangkörper mit Hakenkreuz und Hitler-Spruch in Herxheim (Kreis Bad Dürkheim) gegeben. Mit der dortigen Glocke musste sich auch ein Gericht befassen. Letztlich beschloss der Gemeinderat, sie als "Anstoß zur Versöhnung" hängen zu lassen. Geläutet wird sie jedoch nicht mehr.

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