Der Verbrauch von Wein unterscheidet sich international stark - einige Länder bestimmen das Wachstum. (Foto: SWR, SWR -)

Neues Weingesetz soll 2020 kommen Mehr Klarheit über Herkunft von Weinen

Die Herkunft und der Qualitätsanspruch eines Weines soll in Zukunft klarer auf dem Etikett gekennzeichnet werden.  Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner (CDU) will 2020 eine Neufassung des Weingesetzes auf den Weg bringen.

Bisher stehen auf deutschen Weinflaschen die Rebsorten im Mittelpunkt - oft verbunden mit Jahrgang und dem Namen der Weinbergslage. Auch unterschiedliche Traditionen und Marketing-Konzepte der Winzer sorgen für ein Durcheinander auf den Etiketten. "Das Problem ist, dass praktisch jeder nach seinem eigenen Regelwerk arbeitet. Bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern führt das zur Verwirrung", so Klöckner.

Andere Richtlinien bei europäischen Nachbarn

In Frankreich, Spanien oder Italien wird auf Weinflaschen hingegen die Herkunftsregion des Weines hervorgehoben und weniger die Rebsorte, beispielsweise Bordeaux oder Rioja. Das Weinrecht der EU richtet sich nach dem romanischen Weinrecht, das die Herkunftsangaben mit einem Qualitätsversprechen verbindet.

Nach der Idee von Ministerin Klöckner soll der Fokus auch in Deutschland mehr auf die Herkunftsregion des Weins gerichtet werden, anstatt auf die Rebsorte.

Kritik von Winzern

Einige Winzer und Genossenschaften mit großen Anbaugebieten sehen dies aber kritisch. "Die Kaufentscheidung ist sehr stark preisgetrieben. Danach folgen Rebsorte, Geschmacksangabe und Anbaugebiet" sagt  Bastian Klohr, Geschäftsführer eines Weinguts in Neustadt an der Weinstraße. Andere Winzer fürchten durch die Umstellung auf Herkunftsregionen ihre etablierten Lagennamen wie etwa Zeller Schwarze Katz oder Binger Schlosskapelle zu verlieren.

Wenn das neue Weingesetz 2020 kommt, werde es Übergangsfristen für die Winzer geben, sagt Ministerin Klöckner. Nicht alle Betriebe hätten die Kapazität und die Mittel alle Änderungen sofort umzusetzen.

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