Die Wörnitz in Bayern ist nach den Niederschlägen und der Schneeschmelze über die Ufer getreten (Foto: dpa Bildfunk, Stefan Puchner)

Nach Schnee in den Alpen So ist die Hochwasserlage in Rheinland-Pfalz

Schneemassen sorgen in den Alpen seit Tagen für Chaos. Jetzt lässt mancherorts Tauwetter Flüsse über die Ufer treten. Experten aus Rheinland-Pfalz beobachten vor allem den Neckar.

Die Wasserstände stiegen zwar an, noch sei die Hochwasserlage in Rheinland-Pfalz aber entspannt, sagte eine Sprecherin des Umweltministeriums dem SWR. Gefährlich werde es erst, wenn es plötzlich sehr stark taue. Ob es so weit komme, müsse jetzt beobachtet werden. Im Blick seien vor allem die Rhein-Nebenflüsse, etwa der Neckar. Dort kam es auch schon zu Überschwemmungen.

Das Hochwassermeldezentrum Rhein ist noch nicht besetzt. Am Dienstagmogen lag der Wasserstand am oberrheinischen Pegel Maxau bei 6,45 Metern. Der Scheitelwert könnte nach der Prognose der baden-württembergischen Hochwasservorhersagezentrale im Verlauf des Dienstags bis zu 6,70 Metern erreichen. Dieser Wert liegt aber im "unkritischen Bereich", wie die Zentrale mitteile. Ein Hochwasser, wie es alle zwei bis fünf Jahre einmal vorkommt, werde am Rhein daher nicht erwartet, hieß es. Die Schifffahrt wäre erst ab 7,50 Metern betroffen. Der normale Wasserstand des Rheins liegt an dieser Stelle bei 5,16 Metern.

Hochwasser entlang des Heidelberger Neckarufers. Im Hintergrund die Alte Brücke. (Foto: SWR)
In Heidelberg ist der Neckar über die Ufer getreten

Das passiert im Fall von Hochwasser

Steigt das Wasser am Pegel Maxau über 6,50 Meter, dann wird das Hochwassermeldezentrum in Mainz aktiv, das für den Rhein zuständig ist. Es warnt Kommunen und Landkreise. Dort liegen laut Umweltministerium Alarm- und Einsatzpläne bereit, um Schutzvorkehrungen zu treffen. Im Hochwassermeldezentrum werden von da an stündlich Wasserstände weitergegeben und auch die Prognosen in kürzeren Abschnitten erstellt.

Wer sich selbst über die Pegelstände an den großen Flüssen informieren will, kann das auf der Seite des Landesamts für Umwelt tun. Kleinere und mittlere Flüsse können vor allem durch starken Regen schnell über die Ufer treten. Das ist häufig ein plötzlicheres Ereignis als eintretende Schneeschmelze. Für diese Gebiete gibt es auch eine Online-Übersicht des Landesamts. Die Vorhersage beruht auf den Regenprognosen des Deutschen Wetterdienstes.

Umweltministerium: Klimawandel verändert Hochwasserauftritte

Im Vergleich zu früheren Jahren beobachten die Experten im Umweltministerium Veränderungen beim Auftritt von Hochwasser. "Es gibt immer häufiger kleinere", sagte die Sprecherin. Früher sei es eher im Frühling zu größeren Hochwassern gekommen. Jetzt sei der Winter immer milder und daher taue es schon früher. Entsprechend träten Flüsse schon jetzt über die Ufer.

Spielraum wegen des langanhaltenden Niedrigwassers des Rheins im vergangenen Jahr gebe es übrigens nicht mehr, so die Sprecherin. "Da ist alles aufgefüllt."

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