Der gewaltsame Tod der 15-jährigen Mia hatte für heftige Proteste in Rheinland-Pfalz gesorgt. (Foto: picture-alliance / dpa)

Neues Gutachten zur Bluttat in Kandel Keine Zuschauer im Prozess um Tod von Mia

Der Prozess zur Bluttat von Kandel findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Auch ein ergänzendes Gutachten konnte Zweifel am Alter des mutmaßlichen Täters nicht ausräumen.

Ein Gerichtssprecher verwies am Dienstag auf den Grundsatz "In dubio pro reo" (Im Zweifel für den Angeklagten). "So lange diese Zweifel bestehen, kann man nicht annehmen, dass er älter ist", sagte er. Der mutmaßliche Täter gilt deshalb als Jugendlicher, auf den Jugendstrafrecht anzuwenden ist. Deshalb bleibt die Öffentlichkeit in dem Prozess außen vor. Über das neue Gutachten hatte zuvor die "Rheinpfalz" berichtet.

Streitfall Alter

Über das Alter des Verdächtigen war intensiv diskutiert worden: Nach der Registrierung beim Jugendamt Frankfurt am Main war dieser zur Tatzeit 15 Jahre alt. Ein medizinisches Gutachten im Auftrag der Staatsanwaltschaft war aber von einem Mindestalter von 17,5 Jahren und einem wahrscheinlichen Alter von etwa 20 Jahren ausgegangen.

Dauer

Das Gericht wendete zunächst den Zweifelsgrundsatz an und ging davon aus, dass der Angeklagte zur Tatzeit das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hatte. Zur endgültigen Klärung der Altersfrage hatte das Gericht das nun bekannt gewordene Ergänzungsgutachten in Auftrag gegeben.

In dem Prozess sind nach dem Auftakt am 18. Juni zwölf weitere Verhandlungstermine bis zum 29. August angesetzt. Dem nach eigenen Angaben aus Afghanistan stammenden Angeklagten wird angelastet, am 27. Dezember seine Ex-Freundin "heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen" in einer Kandeler Drogerie mit mindestens sieben Messerstichen getötet zu haben.

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