5G (Foto: picture-alliance / dpa, allnet-flatrate.net)

3G, 4G, 5G Bald weniger Funklöcher in Rheinland-Pfalz?

Mit dem Handy ist man immer und überall erreichbar - eigentlich. Bis heute gibt es in Rheinland-Pfalz zahlreiche Orte ohne Mobilfunknetz. Jetzt hat die Bundesnetzagentur neue Kriterien festgelegt.

Eine kurze Nachricht mit dem Handy schreiben oder von unterwegs anrufen - in Müllenborn in der Eifel ist das nicht möglich. Das Dorf bei Gerolstein mit rund 500 Einwohnern ist vom Mobilfunknetz abgeschnitten. Was erst mal nur ärgerlich klingt, kann ernsthafte Konsequenzen haben: Betriebe können mögliche Kunden nicht erreichen, Notrufe könnten im Notfall nicht abgesetzt werden - gerade junge Leute zieht es ganz weg aus dem Dorf in die Stadt.

Und so wie Müllenborn geht es zahlreichen Gemeinden in Rheinland-Pfalz. In verschiedenen Dörfern im Hunsrück gibt es bis heute wenig oder gar keinen Empfang. Und auch in der Westpfalz kennt man ähnliche Probleme: Die Planungsgemeinschaft Westpfalz nennt sechs Orte, in denen der Empfang besonders schlecht ist.

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Der Druck wächst

Nach Jahren der Stagnation in Sachen Netzausbau scheint nun bundesweit tatsächlich Bewegung in die Sache zu kommen. Union und SPD wollen Mobilfunk-Unternehmen künftig dazu verpflichten, ihre Netze auch für andere Anbieter zu öffnen. "National Roaming" heißt das Zauberwort. Mobilfunkgeräte würden sich dabei automatisch das beste verfügbare Netz suchen - unabhängig vom Anbieter. In einem Brief an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) haben die stellvertretenden Fraktionschefs der Regierungsparteien jüngst ihre Forderungen noch einmal deutlich gemacht.

Erst im Juli hatte Scheuer zu einem Mobilfunkgipfel nach Berlin geladen. Die drei deutschen Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefonica seien bereit, die Versorgungslücken in Deutschland bis zum Jahr 2021 fast vollständig zu schließen, hieß es nach dem Treffen. Etwa eine halbe Million Haushalte sollen zusätzlich ans schnelle 4G-Mobilfunknetz angeschlossen werden. Etwa 1.000 zusätzliche Mobilfunkmasten sollen dafür errichtet werden. 99 Prozent der Haushalte wären dann mit dem schnelleren Netz versorgt.

"Ländliche Gebiete stärken"

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Heike Raab, Staatssekretärin für Medien und Digitales (SPD), nahm damals für das Land Rheinland-Pfalz am Gipfel teil. Sie begrüßte das Ergebnis, sagte aber auch: Nicht nur in den Ortschaften müssten die Netzbetreiber Empfang sicherstellen, sondern auch entlang wichtiger Bundes- und Landesstraßen. Zudem forderte sie schon damals ein "National Roaming" für schlecht versorgte Gebieten. "Das würde gerade die ländlichen Gebiete stärken", so Raab.

Dauer

Vergabebedingungen für 5G festgelegt

Das Funkloch-Problem auf dem Land soll nun im Zuge der Vergabe der neuen, schnelleren 5G-Lizenzen gelöst werden. Am Montag gab die Bundesnetzagentur nach einer Sitzung des Beirats der Behörde die endgültigen Vergabebedingungen für den Ausbau des neuen Mobilfunkstandard 5G bekannt. Diese umfassten "Auflagen zur besseren Versorgung sowohl in der Stadt als auch auf dem Land", erklärte die Netzagentur. Enthalten sind demnach auch "Maßnahmen zur Förderung des Wettbewerbs wie eine Diensteanbieterregelung und Regelungen zum nationalen Roaming".

Die Telekommunikationsunternehmen werden nicht gezwungen, ihre Netze für ein nationales Roaming zu öffnen. Sie werden allerdings von der Bundesnetzagentur verpflichtet, über eine technische und vertragliche Kooperation mit ihren Wettbewerbern zu verhandeln. Die Frequenzauktion soll im Frühjahr 2019 starten. Die Abdeckung mit schnellem mobilen Internet soll sich bis Ende 2024 deutlich verbessern.

Auch die United Internet AG mit Sitz in Montabaur will sich nach eigenen Angaben an der Versteigerung der neuen 5G-Frequenzen beteiligen. Voraussetzung wäre für den Internetanbieter aber, dass er zunächst Netze anderer Anbieter mitnutzen könne. Das ist derzeit noch nicht möglich.

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