Flughafen Hahn  (Foto: SWR)

Millionenfehlbeträge des Hunsrück-Airports Flughafen Hahn meldet über 17 Millionen Euro Verlust

Der Hunsrück-Flughafen Hahn kämpft weiter mit Millionenverlusten. 2017 wurde einen Fehlbetrag von 17,2 Millionen Euro verzeichnet. Die Liquidität ist dem Geschäftsführer zufolge gesichert.

Im Jahr 2016 wurden 14,1 Millionen Euro Verlust angemeldet. Für 2018 hat der Flughafen einen Verlust von 12,5 Millionen Euro eingeplant. Das geht aus seinem Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017 im Bundesanzeiger hervor. Die Kennzahlen für 2018 sind noch nicht bekannt. Die Zahl der Beschäftigten lag Ende 2017 bei 296 - nach 316 ein Jahr zuvor. Der Lagebericht von Hahn-Geschäftsführer Hexin Wang vom 19. Juni 2018 wurde erst kürzlich im Bundesanzeiger veröffentlicht. Der Flughafen wollte dazu keine aktuelle Stellungnahme abgeben.

Liquidität sei durch HNA gesichert

Die Liquidität des Flughafens ist Wangs Einschätzung zufolge mit der chinesischen Mehrheitsgesellschafterin HNA Airport Group GmbH gesichert. Es gebe einen Gesellschafterdarlehensvertrag. HNA hält 82,5 Prozent der Hahn-Anteile, das Land Hessen 17,5 Prozent. Wang verwies auf die Planung des Flughafens, die angesichts des gewachsenen Frachtgeschäfts und eines "Zukunftsprogramms" davon ausgehe, "dass bis zum Jahr 2024 ein positives Jahresergebnis erreicht werden kann".

Kritik am Luftfahrt-Bundesamt

Geschäftsführer Hexin Wang übt in seinem Lagebericht auch Kritik: "Ein großes Problem bei der Kundenakquisition im Frachtbereich bleibt weiterhin die rigide Verkehrsrechtepolitik des Luftfahrt-Bundesamtes. Dies führt dazu, dass sowohl Linien- als auch Charterverkehre in das benachbarte Ausland Belgien, Niederlande oder Luxemburg, wo die Genehmigungen wesentlich flexibler und offener gehandhabt werden, ausweichen."

Weniger Passagiere am Hahn

Die Passagierzahlen sind allerdings deutlich gesunken. Europas größter Billigflieger Ryanair, hatte kürzlich eine Verschlankung seines kommenden Winterflugplans im Hunsrück im Vergleich zum vergangenen Winter angekündigt. Die Zahl der Strecken sinkt von 29 auf 16. Laut den Leitlinien der EU-Kommission sind staatliche Subventionen zum laufenden Betrieb von Flughäfen nur noch bis 2024 möglich. Derzeit unterstützt das Land Rheinland-Pfalz den abgelegenen Airport Hahn finanziell. 2017 hatte es seine Anteile an HNA verkauft.

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