Michael Frisch hat kurzfristig für den AfD-Landesvorsitz kandidiert und wurde mit großer Mehrheit gewählt (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Thomas Frey/dpa)

Im Porträt Michael Frisch - wer ist der Neue an der AfD-Landesspitze?

Michael Frisch ist der frisch gewählte Vorsitzende der rheinland-pfälzischen AfD. Wer ist der 62-Jährige und wofür steht er?

"Sehr konservativ" und als "Parlamentarier mit Herzblut" - so beschreibt sich Michael Frisch selbst. Am Samstag wurde er auf dem AfD-Landesparteitag in Bingen zum neuen Landesvorsitzenden gewählt - und das mit deutlicher Mehrheit.

Der in Trier geborene 62-Jährige ist nicht der große Lautsprecher der rheinland-pfälzischen AfD, auch wenn er auch mal Worte wie "Klimahysterie" in den Mund nimmt und einen Stopp der "ungebremsten Asylzuwanderung" fordert.

Lehrer für Religion und Mathe

Mehr als 33 Jahre lang arbeitete Frisch als Lehrer, unterrichtete Mathematik und Religion, später auch das Fach Informationsverarbeitung. "Die Arbeit mit den Schülern hat mir immer sehr viel Freude gemacht, auch wenn die mit steigender Schlagzahl von oben angeordneten und häufig unsinnigen Reformen die Arbeit zunehmend erschwerten", schreibt er selbst auf seiner Internetseite - ein Seitenhieb in Richtung Landesregierung.

Seit 2016 im Landtag

Mit der Landtagswahl 2016 kam Frisch in den Mainzer Landtag, als Lehrer wurde er vorübergehend außer Dienst gestellt. Er ist familienpolitischer Sprecher seiner Fraktion, in bildungspolitischen Debatten ergreift er im Plenum regelmäßig das Wort.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Frisch ist Kreisvorsitzender im AfD-Kreisverband Trier und Vorsitzender der AfD-Fraktion im Trierer Stadtrat. Seit 2015 war er bereits Mitglied des Landesvorstandes der AfD.

Einst stand Frisch nach eigenen Angaben der CDU nahe. Diese habe sich dann aber dem "linksliberalen Mainstream" angeschlossen, wie er es nennt - 2013 folgte der Eintritt in die noch junge AfD.

Kontakte zu Rechtsextremen - für Frisch nicht denkbar

Vor seiner Wahl zum Landeschef sagte Frisch in Bingen, von seiner Seite gebe es keine Vorbehalte für eine Zusammenarbeit mit der Union. Kontakte zu Rechtsextremen werde es unter seiner Ägide nicht geben. Privat liest Frisch gerne ein gutes Buch, Religion und Philosophie interessieren ihn besonders. Fußballerisch gehört sein Herz dem tief in die fünfte Liga abgestürzten Traditionsverein Eintracht Trier aus seiner Heimatstadt.

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