Schön, hässlich, Denkmal

Schön, hässlich, Denkmal

Hallenbad Nord in Ludwigshafen (Foto: Imago, imago50839366h)
Das Hallenbad Nord in Ludwigshafen: Ein echtes städtisches Hallenbad, erhalten mit all seinen typischen Kacheln und Farben. Früher ging Helmut Kohl hier in die Sauna, seit 2001 hat das Schwimmbad ausgedient. "Heute wird das Bad als Feuerlöschteich für die benachbarte Müllverbrenungsanlage genutzt", erzählt Landeskonservatorin Kaiser. In "seinem Ensemble mit der originalen Farbgebung" sei das Bad ein hervorragendes Zeitzeugnis und steht deshalb seit einigen Jahren auf dem Denkmalsockel. Imago imago50839366h
Der Architekt Oswald Mathias Ungers - bekannt auch unter OMU - ist als "Meister des Quadrates" bekannt geworden. Er stammte aus der Eifel und hat in seiner Heimat eine Villa für die Familie konzipiert. Das Haus hat einen 17 mal 17 Meter Grundriss und ist in einen Park eingebettet, der ebenfalls dem 17-Meter-Raster entspricht. Erst zwischen 1986 und 1988 in Utscheid gebaut, ist die Anlage mit dem parkähnlichen Garten bereits heute in ihrer Gesamtheit ein Denkmal. Bild: Peter Liptau
"Eine skurrile Denkmalgeschichte", nennt Expertin Kaiser die Kauzenburg in Bad Kreuznach. Anfang der 1970er Jahre erhielt der Architekt Gottfried Böhm den Auftrag, auf die Ruine der Kauzenburg ein Restaurant zu bauen. Die Burg stammt aus dem 13. Jahrhundert. Sie ist von der Bevölkerung akzeptiert, anders als das, was ihr oben aufgestülpt wurde. Beides wurde aber als Ensemble zum Denkmal ernannt. "Der Teil aus unserer Zeit wird weiter als hässlich empfunden, aber die zwei Teile sind ineinander verkrallt und nicht auseinander zu dividieren", erklärt Kaiser. Imago imago78637819h
Der siebengeschossige, mit dunklem, norwegischem Marmor verkleidete Rathausbau in Mainz wurde 1973 nach dem Entwurf der dänischen Architekten Arne Jacobsen und Otto Weitling erbaut. Das Image des Rathauses in der Landeshauptstadt ist denkbar schlecht. Den Denkmalstatus hat der Bau nichtsdestotrotz. Für Landeskonservatorin Roswitha Kaiser zur Recht, ist doch der Bau "ein Zitat für Mainz als alte Festungsstadt". Für die Expertin ist der im Volksmund "Beamtengefängnis" genannte Bau ein Design-Kunstwerk. Picture Alliance
Die Zentralmensa der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz ist eines der jüngsten baulichen Denkmäler in Rheinland-Pfalz. Der Entwurf stammt von Hans Auras, gebaut wurde die Mensa in den 1980er Jahren. Pressestelle GDKE Rheinland-Pfalz – Landesdenkmalpflege/Leonie Köhren
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