Zug am Bahnhof in Mainz (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Interne Untersuchung der Deutschen Bahn Regionalzüge in Rheinland-Pfalz überdurchschnittlich verspätet

Bahnfahrer haben in Rheinland-Pfalz häufiger mit verspäteten Regionalzügen der Deutschen Bahn zu tun als im bundesweiten Durchschnitt. Dazu zählen auch S-Bahnen.

92,75 Prozent der Regionalzüge kamen im Land im vergangenen Jahr pünktlich an, wie aus einer internen Untersuchung der Deutschen Bahn hervorgeht. Das waren knapp 0,9 Prozentpunkte weniger als 2017.

Im bundesweiten Durchschnitt waren im vergangenen Jahr 94,1 Prozent der Regionalzüge der Deutschen Bahn pünktlich - 0,4 Punkte weniger als im Vorjahr.

Die Bahn wertet einen Zug als pünktlich, wenn er weniger als sechs Minuten zu spät kommt. Auch S-Bahnen, wie die als besonders unpünktlich geltende S8 des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), fließen in die Statistik mit ein.

Pro Bahn fordert mehr Personal

Ein Hauptgrund für die Verspätungen sind Baustellen auf den Strecken. Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert, die Bahn habe jahrelang zu wenig in die Infrastruktur investiert. Das räche sich jetzt.

Laut Pro Bahn entstehen viele Verspätungen nicht in Rheinland-Pfalz. "Wir sind Leidtragende der Ballungsgebiete um Frankfurt, Mannheim und Köln", sagte der Sprecher des Fahrgastverbandes Pro Bahn Rheinland-Pfalz/Saarland, Martin Mendel. Von dort zögen sich die Verspätungen in das rheinland-pfälzische Bahnnetz hinein.

Die Deutsche Bahn müsse vor allem in Personal investieren, forderte Mendel. Es gebe zu wenige Lokführer und zu wenig Personal, das die Strecken instand halte. "Wir brauchen eine Personalgewinnungsoffensive", sagte Mendel. Außerdem müssten vielgenutzte Strecken wie zwischen Mainz und Frankfurt dringend ausgebaut werden.

Zuschüsse der Länder

Regionalzüge und S-Bahnen fährt die Bahn nicht auf eigene Rechnung. Sie werden im Auftrag der Länder von den Verkehrsverbünden bestellt und bezuschusst. Bei Verspätungen können die Länder ihre Zahlungen kürzen.

Auch Privatbahnen unpünktlich

Nicht eingerechnet in die Jahresbilanz der Deutschen Bahn sind die Pünktlichkeitswerte von Privatbahnen wie Vlexx, die lediglich das Schienennetz der Bahn nutzt. Laut der Versammlung des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd war die Pünktlichkeit der Vlexx im vergangenen Jahr von 95 auf zeitweise 75 Prozent gesunken.

Das Zugunternehmen Vlexx teilte mit, dass im vergangenen Jahr 1,7 Prozent seiner Züge ausgefallen sind. Das Unternehmen forderte ebenfalls einen Ausbau der Infrarstruktur. "Einige Streckenabschnitte, zum Beispiel die beiden von uns befahrenen Nadelöhre Bingen - Gau-Algesheim - Mainz und Mainz - Frankfurt, sind bereits an ihrer Kapazitätsgrenze angekommen", sagte eine Sprecherin.

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