Frau hält Schild mit der Aufschrift: "Schau nicht weg" (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa)

Innenminister verleiht Preis in Mainz Sieben Rheinland-Pfälzer für Zivilcourage geehrt

Innenminister Roger Lewentz hat am Dienstagnachmittag sieben Bürger für ihre Zivilcourage ausgezeichnet. Aus Sicht des SPD-Politikers ist der Preis derzeit besonders wichtig.

In Zeiten "zunehmenden Hasses und Hetze" sei die Gesellschaft darauf angewiesen, dass Menschen aufstünden und Gesicht zeigten, sagte Lewentz bei der Preisverleihung in Mainz. Die Preisträger seien gute Beispiele dafür, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt funktionieren könne.

Bei Messerangriff eingegriffen

Prämiert wurden in diesem Jahr Giancarlo Reale, Artur Kimel, Mario von Wantoch-Rekowski, Diego Pace, Marcel Barth, Niclas Herrmann und Manfred Sader. Giancarlo Reale erhielt den Preis dafür, dass er einen jungen Mann aufhielt, der auf offener Straße in Mainz mehrere Menschen mit einem Messer attackiert hatte.

Auch Artur Kimel wurde dafür geehrt, dass er bei einer Messerattacke eingriff: Er bemerkte bei der Arbeit in Alzey, wie ein 82-jähriger Mann auf seine von ihm getrennt lebende Ehefrau einstach. Kimel versetzte dem Angreifer einen gezielten Tritt und konnte ihn so handlungsunfähig machen. Der Einsatz rettete der Frau das Leben.

Mario von Wantoch-Rekowski, Diego Pace, Marcel Barth und Niclas Herrmann griffen bei einem Streit zwischen zwei jüngeren Männern in Mainz ein. Durch ihr Handeln konnte laut Jury verhindert werden, dass der Angreifer weiter auf seinen bewusstlos am Boden liegenden Widersacher einschlug.

Dehydrierten Nachbarn gerettet

Zivilcourage bewies aus Sicht der Jury auch der Kaiserslauterer Manfred Sader. Er hatte die Polizei verständigt, weil er seinen Nachbarn mehrere Tage nicht mehr gesehen hatte. Als die Beamten die Wohnung des Nachbarn betraten, fanden sie diesen dehydriert und hilflos am Boden liegend vor und brachten ihn ins Krankenhaus.

Der Sonderpreis für Zivilcourage ging in diesem Jahr an das Netzwerk Zivilcourage, das von der Arbeitsgemeinschaft Frieden e.V. (Trier)  koordiniert und organisiert wird. Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss von 90 Zivilcourage-Trainern aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Rund 15 Mal im Jahr veranstalten Mitglieder des Netzwerks Lehrgänge mit dem Ziel, Bürger zu couragiertem Handeln zu bewegen.

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