Innenminister Lewentz (SPD) schaut sich ein virtuelle Tatort-Rekonstruktion an (Foto: dpa Bildfunk)

Lewentz stellt neue Polizeitechnik vor Polizei will Verbrechen mit 3-D-Animationen klären

Virtuelle Tatorte oder Prüfgeräte für Ausweise - das Landeskriminalamt und Innenminister Lewentz haben nun neue Technik vorgestellt. So sollen Ermittler Verbrechen leichter lösen können.

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Mit den neuen Dokumentenprüfgeräten sollen gefälschte Ausweise leichter erkannt und Täter schneller identifziert werden. Laut Landeskriminalamt (LKA) sind viele gefälschte Dokumente inzwischen von einer so hochwertigen Qualität, dass eine Echtheitsprüfung ohne technische Unterstützung kaum noch möglich ist.

Ausweis in zehn Sekunden geprüft

Die rheinland-pfälzische Polizei hat die Geräte in einem gut einjährigen Pilotprojekt getestet. Danach seien 45 dieser Maschinen angeschafft worden, 25 weitere sollen folgen. Alle Polizeipräsidien sowie die Wasser- und die Bereitschaftspolizei seien damit ausgestattet, sagte Innenminister Roger Lewentz (SPD).

Mit den neuen Geräten können Ausweise in nur zehn Sekunden auf ihre Echtheit überprüft werden. In einem neuen Pilotprojekt sollen Polizisten von diesem Sommer an auf ihren Dienst-Smartphones eine App zur Dokumentenprüfung testen. Einzelheiten sind noch in der Vorbereitung.

Ein gefälschter Personalausweis (links) leuchtet in einem Scanner unter UV-Licht, neben einem echten Personalausweis. (Foto: picture-alliance / Reportdienste)
Als nächstes sollen Polizisten eine Handy-App testen, um gefälschte Dokumente zu entlarven

Aus Täterbeschreibung wird 3D-Avatar

Zudem stellten LKA-Experten am Montag auch neue Möglichkeiten zur Täteridentifizierung und Tatanalyse vor. Die Ermittler können beispielsweise Ergebnisse der Tatortvermessung mit einer 3D-Rekonstruktion der Tatsituation verknüpfen. Und aus dem Phantombild des Mörders wird ein Avatar (virtuelle Person) am virtuell nachempfundenen Original-Tatort.

Auch den Blickwinkel der Zeugen auf das Verbrechen zeigt die 3-D-Animation auf dem Bildschirm. Was konnten sie sehen, und was blieb ihnen verborgen? "Wir nähern uns der vollständigen visuellen Tatrekonstruktion", sagte LKA-Chef Johannes Kunz.

Auf die Software für diese mehrperspektivische Darstellung des Täters hat Uwe Kinn - seit 23 Jahren Phantombildzeichner beim LKA - nach eigenen Angaben ein Patent angemeldet.

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