Eine Freigängerkatze (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Wolfram Steinberg)

Tierschützer bieten finanzielle Unterstützung Landesweite Kastrations-Aktion gegen Katzenelend

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Seit Montag findet in Rheinland-Pfalz eine landesweite Aktion zur Kastration von Katzen statt. Bis zum Monatsende gibt es für Katzenhalter einen Zuschuss für den Eingriff.

Ab dem 20. Januar führen Tierschützer zum 15. Mal in Zusammenarbeit mit Tierärzten die Aktion durch. Organisiert wird sie vom Landesverband des Deutschen Tierschutzbundes. Bis zum Monatsende gibt es für Katzenhalter einen Zuschuss für den Eingriff. Nahezu 20.000 Tiere konnten nach Angaben des Landesverbandes seit 2006 kastriert werden.

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Sendedatum
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19:30 Uhr
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SWR Fernsehen RP

"Etwa zwei Millionen Straßenkatzen gibt es in Deutschland, hunderttausende sind es in Rheinland-Pfalz", so der Vorsitzende des Landesverbandes, Andreas Lindig. Diese stammten von unkastrierten Freigänger-Katzen ab und müssten jeden Tag einen harten Kampf ums Überleben führen. Nur die Kastration von Freigängern könne diese Situation verbessern. Der Verband rufe deshalb grundsätzlich alle Katzenbesitzer dazu auf, ihre Tiere kastrieren zu lassen.

Viele Katzenbesitzer scheuen Kosten der Kastration

Durchschnittlich 120 Euro kostet dieser Eingriff, doch viele Katzenbesitzer entscheiden sich aus Kostengründen gegen ihn. Der so entstehende Katzennachwuchs kann von vielen Tierheimen nicht mehr aufgefangen werden: "Unsere finanziellen Möglichkeiten und Aufnahmekapazitäten sind längst ausgeschöpft. Wir sind ganzjährig voll belegt", sagte Swetlana Gabricevic vom Förderverein Eifeltierheim dem SWR. Auch das Eifeltierheim nimmt an der Initiative des Deutschen Tierschutzbundes teil. Alle Katzenbesitzer, die ihre Tiere im festgelegten Zeitraum bei den teilnehmenden Ärzten kastrieren lassen, erhalten eine Rückvergütung.

Die Adressen und Kontakte der die Aktion unterstützenden Tierheime kann beim Landesverband Rheinland-Pfalz des Deutschen Tierschutzbundes erfragt werden. Katzenbesitzer freilaufender, scheuer Tiere sollten sich vorab in den Tierheimen melden.

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Katzenschutzverordnung könnte Abhilfe schaffen

Der Tierschutzbeirat Rheinland-Pfalz, ein vom Umweltministerium berufenes Gremium, bemüht sich seit Jahren darum, den Städten und Gemeinden die Notwendigkeit einer Katzenschutzverordnung zu verdeutlichen. Mit dieser könne man etwa eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen einführen. Das Tierschutzgesetz ermächtigt die Landesregierungen, entsprechende Verordnungen zum Schutz freilebender Katzen selbst zu erlassen. Die rheinland-pfälzische Landesregierung hatte sich im Jahr 2015 sogar dafür entschieden, den Kommunen die Ermächtigung zu übertragen.

Bisher haben jedoch nur die Verbandsgemeinden Brohltal, Bad Hönningen und Maifeld, der Kreis Ahrweiler sowie die Städte Worms und Neustadt dementsprechende Maßnahmen getroffen: "Leider scheuen sich viele Kommunen, diesen Schritt zu gehen, weil sie rechtliche Bedenken haben. Wir möchten, dass es Rechtssicherheit gibt, um entsprechende Verordnungen oder Satzungen zu erlassen", meint Christian von Wenzlawowicz, Vorsitzender des Tierschutzbeirates Rheinland-Pfalz. Er wünsche sich weitere Diskussionen und mehr Unterstützung seitens der Landesregierung.

Beim Tierschutz-Landesverband hofft man, dass die Kommunen sich künftig auch an den Kastrations-Aktionen beteiligen, denn zu viele wild lebende Katzen an einem Ort können zu einem kostspieligen Problem werden. Und nicht nur das: Eine ausufernde Population kann die Artenvielfalt bedrohen und führt dazu, dass ausgesetzte oder herrenlose Katzen unnötig leiden.

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