Spritze (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Masernerkrankungen in Rheinland-Pfalz Landes-CDU fordert Impfpflicht gegen Masern

Die Bundesregierung debattiert über eine Impfpflicht gegen Masern. Die rheinland-pfälzische CDU fordert eine landesweite Pflicht - die Pläne der Gesundheitsministerin sind anders.

Die von Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) vorgesehene Verpflichtung für Gesundheitsberufe reiche nicht aus, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Christoph Gensch am Donnerstag. "Eine breite Schutzwirkung werden wir nur durch die Einführung einer Impfpflicht für die Masern erreichen."

Masern sei eine hochansteckende Krankheit, mit schwerwiegenden Komplikationen, die lebensbedrohlich sein könne, bereits der Aufenthalt im selben Raum reiche aus, um sich zu infizieren, so Gensch weiter. Seine Fraktion unterstütze daher die Absicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), eine Impfpflicht gesetzlich festzuschreiben. Bei mehr als 70.000 Kleinkindern in Deutschland fehle der Schutz gegen Masern. Zudem hätten viele junge Erwachsene die notwendige zweite Impfung nicht bekommen.

Bätzing-Lichtenthäler: Landesweite Impfpflicht ist unverhältnismäßig

Die Ampel-Landesregierung sei grundsätzlich auch für eine Impfpflicht, hatte Bätzing-Lichtenthäler zwei Tage zuvor betont. "Eine Impfpflicht muss sich aber, um sie konsequent überprüfen und auch durchsetzen zu können, auf bestimmte Personengruppen beziehen." Daher wolle sie bei den Gruppen anfangen, bei denen die meisten Masernfälle aufträten. "Das sind in Rheinland-Pfalz ganz klar die Erwachsenen." Von den in diesem Jahr aufgrund eines aktuellen Masernausbruchs in der Südpfalz gemeldeten 30 Fällen seien 29 Erwachsene.

Eine landesweite Impfpflicht für Kinder vor Eintritt in eine Kita oder Schule halte sie derzeit für unverhältnismäßig. Als Gründe nannte die Ministerin unter anderem die hohen Impfquoten in Rheinland-Pfalz, vergleichsweise wenige Masernfälle und die Schwierigkeiten einer Sanktionierung bei Nicht-Impfung. "Für eine mögliche Einführung einer bundesweiten Impfpflicht im Kindesalter sind wir aber aufgeschlossen."

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