Ein Mensch wird gegen Masern geimpft. (Foto: dpa Bildfunk, Arne Dedert)

Land mit Impf-Quoten zufrieden Rheinland-Pfalz gegen generelle Masern-Impfpflicht

Die rheinland-pfälzische Landesregierung sieht eine generelle Pflicht zur Masernimpfung skeptisch. Allerdings kann sie sich eine solche für bestimmte Bevölkerungsgruppen vorstellen.

Gesundheitsminsiterin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) sagte dem SWR, vor allem junge Erwachsene seien immer öfter nicht gegen die gängigsten Krankheiten geimpft. Sie schlage deshalb vor, eine Impfpflicht vor allem bei Berufen im Gesundheitsbereich festzuschreiben - etwa für Pfleger. Sinnvoll sei es auch, einen Impfnachweis von Erziehern zu verlangen.

Ministerin: Sehr gute Quoten bei Minderjährigen

Bei Minderjährigen sieht Bätzing-Lichtenthäler dagegen keinen Handlungsbedarf. Hier sei man sehr gut aufgestellt, sagte sie. Die Quote der ersten Masern-Impfung liege bei fast 98 Prozent, die der zweiten bei knapp 94 Prozent. Eine Impfpflicht für die gesamte Bevölkerung sei nur eine "Ultima Ratio".

Dauer

Leichter Anstieg der Neuerkrankungen

Die Diskussion über eine Impfpflicht war am vergangenen Wochenende erneut aufgekommen. Unter anderem forderten Bundespolitiker von SPD und FDP eine Impfpflicht, weil die Zahl der Neuinfektionen bei Masern zuletzt wieder leicht angestiegen war - unter anderem in Niedersachsen.

Nicht-Geimpfte von Schulbesuch ausgeschlossen

Im niedersächsischen Hildesheim durften 80 Schüler wegen fehlenden Masern-Impfschutzes zuletzt zwei Wochen lang nicht in die Schule gehen. An zwei weiteren Schulen müssen neun Kinder ohne ausreichenden Impfschutz noch bis zum 1. April zu Hause bleiben.

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