Fahrgastrechte-Formular (Foto: picture-alliance / dpa)

So bekommen Sie Ihr Geld zurück Kundenrechte bei Verspätungen und Zugausfällen

Viele Bahn-Reisende sind am Donnerstag wegen des Brandes eines Güterzugs in Unkel zu spät oder gar nicht an ihr Ziel gekommen. Welche Entschädigungen stehen ihnen nun zu? Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

1. Schon ab 30 Minuten Verspätung kann es Geld geben.

Kommt ein Fahrgast mindestens eine Stunde zu spät am Ziel an, muss das verantwortliche Bahnunternehmen 25 Prozent des Fahrpreises erstatten. Bei zwei Stunden Verspätung sind es 50 Prozent. Der Aufpreis für den ICE-Sprinter wird schon ab 30 Minuten Verspätung erstattet.

2. Auch Pendler mit Zeitkarten werden entschädigt.

Bei Verspätungen von mindestens einer Stunde gibt es hier pauschale Entschädigungen: Im Nahverkehr 1,50 Euro pro Fahrt, im Fernverkehr fünf Euro pro Fahrt. Der Haken: Die Bahn zahlt Entschädigungen erst ab vier Euro. Im Nahverkehr muss man also mindestens drei Verspätungen nachweisen.

3. Ein Bahnticket darf zurückgegeben werden.

Zeichnet sich für einen Fahrgast eine Verspätung von mehr als einer Stunde ab, darf er seine Reise umplanen und dann auch eine andere Streckenführung wählen. Dafür darf er auch einen höherwertigen Zug nehmen. Alternativ kann die Fahrkarte und die Reservierung auch vor Reiseantritt zurückgeben werden. Das DB Reisezentrum muss den vollen Preis erstatten. Dabei entfällt die übliche Bearbeitungsgebühr.

4. Wenn nötig, zahlt die Bahn ein Hotelzimmer.

Ist die Verspätung so extrem, dass keine Anschlusszüge mehr fahren, muss die Deutsche Bahn für eine Taxifahrt oder auch für ein Hotelzimmer zahlen. Dabei verpflichtet sich die Bahn aber nicht dazu, den vollen Preis zu übernehmen. Sie entscheidet im Einzelfall, wie viel Entschädigung angemessen ist.

5. Beschwerde auch ohne eine Bestätigung der Verspätung möglich.

Auch mit einer Kopie der Fahrkarte oder der Zeitkarte lässt sich eine Beschwerde einreichen. Dazu muss sich der Reisende per Post an das Service-Center Fahrgastrechte der Deutschen Bahn wenden.

Wenn der Reisende eine schriftliche Bestätigung der Verspätung hat, kann er einfach das Beschwerdeformular beim Begleitpersonal im Zug oder in den Fahrkarten-Verkaufsstellen an den Bahnhöfen einreichen. Das Formular bekommt man in den Servicezentren der Deutschen Bahn oder online.

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