Das neue Textilsiegel "Grüner Knopf" in einem T-Shirt (Foto: dpa Bildfunk, Britta Pedersen)

Kritik am Textil-Siegel des Bundes Ministerin Spiegel geht "Grüner Knopf" nicht weit genug

Das neue staatliche Siegel "Grüner Knopf" soll für mehr Fairness im Textilgewerbe sorgen. Für die rheinland-pfälzische Verbraucherministerin Spiegel ist das nicht mehr als Symbolpolitik.

Das von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) vorgestellte Siegel verspreche zwar mehr Transparenz, nehme die global produzierenden Unternehmen aber nicht genügend in die Pflicht, sagte Anne Spiegel (Grüne) am Montag dem SWR. Die sozialen und ökologischen Mindeststandards, die die Hersteller erfüllen müssten, gingen nicht weit genug.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

"Grüner Knopf" soll zu "gerechterer Globalisierung" beitragen

Müller will mit dem "Grüner Knopf" nach eigenem Bekunden soziale und ökologische Standards voranbringen: "Die Globalisierung hat im 19. Jahrhundert in der Textilwirtschaft begonnen. Nun muss auch gerechte Globalisierung in der Textilwirtschaft anfangen", erklärte der CSU-Politiker bei der Vorstellung in Berlin.

Zum Start beteiligen sich den Angaben nach 27 Unternehmen. Weitere 26 seien derzeit im Prüfprozess, teilte das Entwicklungsministerium mit.

Firmen sollen soziale Verantwortung übernehmen

Wer den "Grünen Knopf" auf seinem Textilprodukt führen will, muss 26 soziale und ökologische Mindeststandards einhalten. Die ökologischen Standards umfassen etwa das Verbot von Weichmachern und anderen Chemikalien sowie Grenzwerte für Abwässer, die bei der Produktion anfallen. Die Herstellerfirmen müssen nachweisen, dass sie menschenrechtliche, soziale und ökologische Verantwortung übernehmen.

Neben Spiegel übte unter anderem auch die christliche Menschenrechtsinitiative Romero Kritik. Im SWR-Gespräch rief ein Vertreter der Initiative dazu auf "den 'Grünen Knopf' noch mindestens ein Jahr zu ignorieren: "Wir können dem Siegel nicht vertrauen", sagte Maik Pflaum, der bei Romero für den Bereich Kleidung zuständig ist.

Christliche Initiative nennt Label irreführend

"Es hat viel zu viele Defizite und führt uns in die Irre. Ich habe größte Bedenken, dass es sogar nach hinten losgeht." Standards von bereits bestehenden Textilsiegeln könnten ausgehöhlt werden. Unternehmen würden möglicherweise den Grünen Knopf bevorzugen, weil die Richtlinien weniger streng seien.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP
STAND