Land gelingt Schlag gegen Cyberkriminalität (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Silas Stein)

Weltweiter Schlag gegen Kriminalität Cyberkriminelle in Traben-Trarbach festgenommen

Dem rheinland-pfälzischen Landeskriminalamt (LKA) ist ein Schlag gegen international agierende Cyberkriminelle gelungen. Wie die Staatsanwaltschaft jetzt mitteilt, wurden mehrere Tatverdächtige in Traben-Trarbach festgenommen.

Nach Angaben des Stadtbürgermeisters von Traben-Trarbach, Patrice Langer (SPD), habe es einen großen Polizeieinsatz auf einem ehemaligen Bundeswehrgelände gegeben - unter anderem mit einem Hubschrauber. Die Gebäude des ehemaligen Militärgeländes seien durchsucht worden. Ein niederländischer Investor hatte dieses vor mehreren Jahren gekauft und dort ein Rechenzentrum eingerichtet.

Spezialeinheit GSG9 im Einsatz

Bei der Aktion im Kreis Bernkastel-Wittlich seien mehrere hundert Einsatzkräfte - unter anderem auch die Spezialeinheit GSG9 - beteiligt gewesen, teilte das LKA mit. Unter den Festgenommenen waren danach auch die Betreiber eines kriminell betriebenen Rechenzentrums. Ein Server sei vom Netz genommen und sichergestellt worden. Die Staatsanwaltschaft bestätigte dem SWR am Freitagmorgen, dass es mehrere Festnahmen in Traben-Trarbach gegeben habe. Insgesamt wurden sieben Tatverdächtige festgenommen.

Ermittlungen dauerten fast fünf Jahre

Von diesem Server ist laut LKA unter anderem vor drei Jahren ein Angriff auf 1,2 Million Router der Telekom erfolgt. Ein Sprecher sagte, gegen die Festgenommenen werde wegen Waffenhandels, Kinderpornografie und Drogenhandels ermittelt: "Alles, was man sich im Darknet vorstellen kann." Die Ermittlungen haben laut Generalstaatsanwaltschaft Koblenz fast fünf Jahre gedauert. Insgesamt gebe es 13 Verdächtige.

Dauer

Die Behörde selbst spricht von einem "herausragenden internationalen Strafverfahren im Bereich Cybercrime". Weitere Details wurden am Freitag auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Demnach gilt ein 59-jähriger Niederländer als Hauptverdächtiger.

Ansiedlung der Firma hatte im Ort "bitteren Beigeschmack"

Der Bürgermeister von Traben-Trarbach schildert im SWR, dass die Ansiedlung des Unternehmens auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände einen bitteren Beigeschmack gehabt hätte. "Wir haben uns immer Gedanken gemacht, was da auf den Rechnern läuft. Das hat sich jetzt bestätigt", sagte Langer.

Auch der im April dieses Jahres zerschlagene weltweit zweitgrößte Darknet-Marktplatz "Wallstreet Market" sei von dem Rechenzentrum aus betrieben worden. Ein derartiger Hoster sei erstmals in Deutschland ausgehoben worden.

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