Impfung (Foto: picture-alliance / dpa, Sebastian Gollnow)

Krankenkassen zahlen Vierfach-Imfpstoff Experten empfehlen Grippe-Impfung noch im Herbst

Im vergangenen Winter war die Grippewelle in Rheinland-Pfalz besonders heftig ausgefallen. Um sich gegen die Erreger zu wappnen, empfehlen Fachleute eine Impfung noch im Oktober.

Nach einer Impfung kann es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin bis zu zwei Wochen dauern, bis der Schutz vollständig aufgebaut ist. Daher sei es ratsam, sich schon im Herbst impfen zu lassen - am besten schon ab Oktober. Empfohlen wird die Impfung vor allem für Personengruppen, die als besonders gefährdet gelten: Dazu gehören Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, viele chronisch Kranke und medizinisches Personal.

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19:30 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Krankenkassen müssen Vierfach-Impfstoff zahlen

Bisher wurde meist ein Dreifach-Impfstoff verwendet - in der kommenden Grippesaison müssen die gesetzlichen Krankenkassen zum ersten Mal einen Vierfach-Impfstoff zahlen. Dieser deckt laut RKI ein größeres Erregerspektrum ab. Die beiden häufigsten Viren-Typen hätten jeweils zwei Untergruppen. Diese würden mit dem neuen Impfstoff nun alle abgedeckt. "Das ist zwar nicht das Allheilmittel", sagte eine Sprecherin des Robert-Koch Instituts. Die Vierfach-Impfung erhöhe aber die Chancen, keine Grippe zu bekommen.

Eine Frau liegt im Bett und niest in ein Taschentuch. (Foto: picture-alliance / dpa)
Wen die Grippe erwischt hat, der gehört definitiv ins Bett.

Impfung ist kein hundertprozentiger Schutz

Einen hundertprozentigen Schutz bietet auch die Impfung nicht. Nach RKI-Angaben ist etwa die Hälfte der Geimpften geschützt. Das hat zum einen damit zu tun, dass bei älteren Menschen das Immunsystem generell weniger gut auf Impfungen anspricht, zum anderen mit den sich ständig ändernden Viruseigenschaften. Es kann sein, dass die zirkulierenden Influenzaviren nicht gut mit den im Impfstoff enthaltenden Virusstämmen übereinstimmen. Deshalb können auch bei Geimpfte an der Grippe erkranken, in der Regel verläuft die Krankheit dann aber milder.

Heftige Grippewelle im vergangenen Jahr

Die Grippewelle 2017/18 war in Rheinland-Pfalz besonders heftig ausgefallen. Insgesamt 13.879 Influenzafälle registrierte das Landesuntersuchungsamt (LUA) in Koblenz - die ersten Anfang Dezember, die letzten erst Ende Mai. "So viele Fälle hatten wir in der saisonalen Grippewelle nie zuvor", so ein Sprecher. Zum Vergleich: Im Winter 2016/17 registrierte die Behörde 4.569 Influenza-Erkrankungen in Rheinland-Pfalz.

Eine Erkältung ist keine Grippe

Ein grippaler Infekt, wie eine Erkältung auch genannt wird, hat mit der echten Grippe - also der Influenza - nichts zu tun. Beide werden durch verschiedene Erreger verursacht. Eine normale Atemwegserkrankung macht sich langsam bemerkbar und ist meist nach wenigen Tagen überstanden. Die Virusgrippe schlägt dagegen schnell und heftig zu. Symptome sind in der Regel plötzlich auftretendes hohes Fieber über 39 Grad Celsius, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Schweißausbrüche, allgemeine Schwäche, Kopf- und Halsschmerzen, Schnupfen und trockener Reizhusten.

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