Ein unbelegtes Krankenhausbett steht in einem Krankenzimmer (Foto: picture-alliance / dpa)

Krankenhausplan der Landesregierung Kein großer Abbau bei Klinikbetten in Rheinland-Pfalz

Die Zahl der Klinikbetten in Rheinland-Pfalz soll ab 2019 nur leicht sinken - und damit weit weniger stark als der Landesrechnungshof empfohlen hatte. Das sieht der neue Krankenhausplan der Landesregierung vor.

Konkret bringt der Plan, den Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthaler (SPD) am Dienstag vorstellte, einen landesweiten Abbau von unter dem Strich 223 Betten. Der Plan gilt für die Jahre 2019 bis 2025 und für 77 Krankenhäuser an 97 Standorten im Land.

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18:00 Uhr
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Rechnungsprüfer wollten mehr Abbau

Der Landesrechnungshof war in seiner Berechnung von 1.800 Betten zuviel ausgegangen, ein Gutachten sogar von 2.600. Bätzing-Lichtenthäler sagte dazu, der jetzt beschlossene Plan sei ein Ergebnis aus Gutachten, Gesprächen mit Krankenhausbetreibern und Beratungen im Landeskrankenhausplanungsausschuss. Es gehe auch darum, die flächendeckende Versorgung sicherzustellen.

Reduziert werden sollen Betten vor allem dort, wo dank neuer Operationstechniken weniger Bedarf an der stationären Unterbringung herrsche. Beispiele sind laut Ministerium Chirurgie, Gynäkologie, Urologie und die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Mehr Betten soll es dagegen in der Altersmedizin geben.

Gestiegen sei der Bedarf auch in der Psychiatrie, hier soll laut Ministerium verstärkt auch auf Tageskliniken gesetzt werden. Vorgesehen sind ein Ausbau der Intensivmedizin sowie mehr Gesundheitszentren vor allem auf dem Land.

Regional große Unterschiede

Regional fallen die Veränderungen der Bettenzahlen dem Plan zufolge sehr unterschiedlich aus. Der stärkste Abbau mit 459 Betten ist in der Region Mittelrhein-Westerwald geplant, in Rheinhessen-Nahe wird ein Plus von 118 Betten angepeilt. Neu ist ein Monitoring, um schneller auf Veränderungen reagieren zu können. Der Ministerin zufolge sollen Krankenhäuser künftig jährlich unter anderem Zahlen zur Auslastung melden.

Kritik von Krankenkassen und Opposition

Während die Landeskrankenhausgesellschaft weitgehend zufrieden mit den Plänen des Landes ist, kam Kritik von den Krankenkassen und der CDU-Landtagsopposition.

Techniker Krankenkasse (TK) und Barmer kritisierten, das Land habe versäumt, dringend nötige Veränderungen einzuleiten. Auch für die CDU greift der Plan zu kurz. Die Landesregierung halte weiterhin an der unzureichenden Investitionsförderung fest.

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