Ein Netzwerkstecker leuchtet rot (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Felix Kästle/dpa)

Cyberattacken in Rheinland-Pfalz Hacker nehmen Gesundheitsdaten ins Visier

Allein der Landesdatenschutzbehörde sind in diesem Jahr 24 Angriffe mit Schadsoftware gemeldet worden - vor allem auf Krankenhäuser und Arztpraxen. Allerdings dürfte das nur die Spitze des Eisbergs sein.

Besonders betroffen von den Angriffen waren laut Datenschutzbehörde Krankenhäuser, Seniorenheime, Arztpraxen und Pflegeheime. "Wir sehen gezielte Steigerungen bei Angriffen im Bereich von Gesundheitsdaten", sagte der Landesdatenschutzbeauftrage Dieter Kugelmann dem SWR. "Offensichtlich, weil Gesundheitsdaten besonders wertvoll sind, man besonders viel Geld daraus machen kann."

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
16:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Die Dunkelziffer dürfte in Rheinland-Pfalz viel höher liegen - auch weil sich die 24 Fälle nur auf solche beziehen, die der Datenschutzbehörde gemeldet wurden. Hinzu kommen Attacken, die bei anderen Behörden angezeigt wurden, oder überhaupt nicht gemeldet wurden. Manchmal werde ein Angriff auch gar nicht erst entdeckt, sagt Kugelmann. Diese Fälle fehlen in der Statistik der Datenschutzbehörde.

Gravierende Attacken erwartet

Die Behörde geht davon aus, dass die Zahl der Hackerattacken künftig eher zunimmt und die Auswirkungen gravierender werden. Der Datenschutzbeauftragte fordert deshalb, die IT-Sicherheit vor allem in kleinen Krankenhäusern auszubauen. Die Länder, der Bund und die Krankenkassen streiten derzeit darum, wer das bezahlen soll.

Folgenreichster Angriff im Juli

Den bisher folgenreichsten Angriff in Rheinland-Pfalz hatte es im Juli gegeben. Damals hatte ein Trojaner das Computernetzwerk eines DRK-Klinikverbundes für mehrere Tage lahmgelegt.

Betroffen waren etwa 20 Einrichtungen, darunter Krankenhäuser, Tageskliniken und medizinische Versorgungszentren. Dazu gehörten unter anderem Kliniken in Bad Neuenahr, Altenkirchen, Neuwied und Alzey.

Das Virus hatte Server und Datenbanken in dem Netzwerk der Einrichtungen verschlüsselt, sodass Mitarbeiter nicht mehr darauf zugreifen konnten. Die Krankenhäuser konnten mehrere Stunden lang keine Notfallpatienten aufnehmen. Die Bundesbehörde für IT-Sicherheit sprach von einem deutschlandweit einmaligen Fall.

Mehrere Fälle in Hessen

Kurz vor Weihnachten waren unter anderem in Hessen weitere Cyberattacken bekannt geworden. Dort wurden wohl wegen des Trojaners Emotet mehrere öffentliche Einrichtungen lahmgelegt: In Frankfurt blieben deshalb vorübergehend Ämter geschlossen, die Universität Gießen war größtenteils offline.

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