Paketzusteller (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Konferenz in Mainz sucht Lösungen Wie der Online-Handel die Städte belastet

Der Online-Handel boomt. Das macht sich auch in vielen Städten bemerkbar: In den Geschäften wird weniger gekauft, auf den Straßen sind immer mehr Paketfahrzeuge unterwegs. Auf einer Konferenz in Mainz sprechen Experten über mögliche Lösungen für diese Probleme.

Der Umsatz im Online-Handel stieg laut Handelsverband Deutschland im vergangenen Jahr um 9,1 Prozent. Mittlerweile kaufen zwei Drittel der Verbraucher regelmäßig im Internet ein.

Für den Einzelhandel in den Städten sind die Online-Shops eine große Konkurrenz. In den Branchen Kleidung, Unterhaltungselektronik und Wohnen seien die Umsatzrückgänge im Offlinehandel besonders erkennbar, so der Handelsverband. Im stationären Elektrohandel zum Beispiel gingen die Umsätze im vergangenen Jahr um etwa 4 Prozent zurück. Fast ein Drittel der Einkäufe von Elektrogeräten (31 Prozent) und mehr als ein Viertel aller Modeeinkäufe (28 Prozent) werden online erledigt - mit steigender Tendenz.

Lastenräder von DHL, DPD, GLS, Hermes und UPS und ihrr Fahrer in einer Reihe aufgestellt (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg teilen sich DHL, DPD, GLS, Hermes und UPS in einem Pilotprojekt ein sogenanntes Mikrodepot Picture Alliance

Online-Handel sorgt für mehr Verkehr

Der wachsende Online-Handel sorgt für einen zweites Problem in den Städten: immer mehr Pakettransporter auf der Straße. Nun könnte man meinen, dass dadurch zumindest der Personenverkehr entlastet würde. Wer online shoppt, fährt nicht selbst mit dem Auto zum Einkaufen.

Einer Untersuchung des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung zufolge stehen dem wachsenden innerstädtischen Güterverkehr allerdings kaum nachweisbare Einsparungen im Personenverkehr gegenüber. Dies könne unter anderem daran liegen, dass Alltagsgüter wie Lebensmittel und Drogerieartikel eher noch im Laden gekauft würden. Manche Kunden würden sich im Laden beraten lassen und die Waren später online kaufen.

Hinzu kommt die hohe Umtauschquote bei Online-Bestellungen. Einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom zufolge wird jede zehnte Bestellung Retour geschickt und geht somit zurück auf die Straße.

Konferenz mit Logistik-Experten in Mainz

Um den Herausforderungen des Online-Handels zu begegnen, hat die Stadt Mainz am Dienstag zu einer Konferenz mit Logistik-Experten eingeladen. Moderator Uwe Hiltmann sieht als Kernproblem die sogenannte "letzte Meile": "Das ist der Weg bis zur Haustür.". Hier seien Mikrodepots ein möglicher Ansatz. Im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg teilen sich DHL, DPD, GLS, Hermes und UPS in einem Pilotprojekt ein solches Depot. Von dort aus werden die Pakete mit Lastenrädern an die Haushalte verteilt. Die Lastenräder nehmen deutlich weniger Platz auf der Straße ein und sind umweltfreundlicher als große Transporter.

Ein anderes interessantes Projekt gibt es in Kopenhagen: Dort bieten ein großer Modelieferant und ein Paketdienstleister an, Waren an einen Haushalt für die ganze Nachbarschaft zu liefern. Der Betreiber der Sammelstelle erhält für seine Leistungen Geld.

STAND