Überreste eines gesprengten Geldautomaten (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Patrick Pleul/ZB/dpa)

Konferenz der Innenminister Länder wollen bei Kriminalitätsbekämpfung mehr kooperieren

Die Behörden wollen im Kampf gegen Wohnungseinbrüche und das Plündern von Geldautomaten enger zusammenarbeiten. Auf Initiative von Rheinland-Pfalz sollen Messerangriffe künftig mehr in den Fokus genommen werden.

Ab dem kommenden Jahr sollen Messerangriffe als gesonderte Kategorie in der Polizeilichen Kriminalstatistik aufgeführt werden. Die am Freitag in Kiel zu Ende gegangene Innenministerkonferenz (IMK) habe sich auf Initiative des rheinland-pfälzischen Innenministers Roger Lewentz (SPD) darauf verständigt, teilte das Ministerium in Mainz mit.

Messerverbot soll vereinfacht werden

Das bringe künftig einen genaueren Überblick, wie sich die Zahl dieser Straftaten entwickele, sagte Lewentz demnach nach dem Abschluss der IMK. Die Länder sollen künftig zudem leichter als bislang Zonen festlegen können, in denen das Tragen von Messern und anderer Waffen verboten ist - zum Beispiel vor Schulen, Bahnhöfen und in Fußgängerzonen. Die Idee eines generellen Verbots in Fußgängerzonen lehnt die Mehrheit der Innenminister ab, weil dort auch Messer verkauft werden.

Dauer

Arbeitsgruppe für verstärkte Kooperation

Verabredet worden ist in Kiel dem Mainzer Ministerium zufolge auch eine Arbeitsgruppe der Innenministerien für eine verstärkte Kooperation im Kampf gegen das Aufbrechen und Sprengen von Geldautomaten. Ähnlich wie beim Wohnungseinbruchsdiebstahl könne so auch bei diesen Delikten ein größerer Fahndungsdruck aufgebaut werden, um der "zunehmenden Bandenkriminalität" zu begegnen. Rheinland-Pfalz werde zu der Arbeitsgruppe einladen.

Anfang Juni hatte das Bundeskriminalamt (BKA) mitgeteilt, dass Kriminelle im vergangenen Jahr deutschlandweit im Schnitt etwa einmal pro Tag und damit so oft wie nie zuvor versucht haben, Geldautomaten zu sprengen. In 137 Fällen kamen sie demnach an Bargeld und erbeuteten insgesamt rund 18 Millionen Euro. Besonders viele Taten wurden in Nordrhein-Westfalen (108 Fälle), Niedersachsen (54), Hessen (31) und Rheinland-Pfalz (26) registriert.

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