Schild mit Schriftzig "Bürgermeister" (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Kommunalwahl in Rheinland-Pfalz In 465 Orten fehlen Bürgermeisterkandidaten

Für die Kommunalwahl im Mai fehlen in 465 Orten im Land ehrenamtliche Bürgermeisterkandidaten. Das hat der Landeswahlleiter mitgeteilt. Damit liegt die Zahl der Orte ohne Bewerber bei rund 20 Prozent.

Das bedeute allerdings nicht, dass diese Orte dauerhaft ohne Bürgermeister bleiben. Wie der Landeswahlleiter dem SWR sagte, ist es vor allem in kleineren Gemeinden üblich, den Bürgermeister erst nach der Kommunalwahl vom Gemeinderat wählen zu lassen.

Dabei komme der Kandidat in den meisten Fällen aus den Reihen des Rates. Wenn sich dort niemand finde, könnten sich auch Bürger des Ortes zur Wahl durch den Gemeinderat stellen.

Ähnliche Ausgangslage bei vergangener Kommunalwahl

Auch vor der letzten Kommunalwahl 2014 gab es in rund 400 Orten keinen Bürgermeisterkandidaten. Nach SWR-Recherchen ist davon nur ein Ort übriggeblieben, der bis heute keinen Bürgermeister hat: das kleine Dorf Gerhardsbrunn im Landkreis Kaiserslautern. Nach Auskunft der zuständigen Verbandsgemeinde hat der Ort auch für die jetzige Kommunalwahl keinen Bürgermeisterkandidaten gefunden.

Insgesamt viel weniger Kandidaten

Für die Kommunalwahl 2019 haben sich insgesamt etwa 4.000 Menschen weniger als Kandidaten für Stadt- oder Gemeinderäte aufstellen lassen als bei der letzten Kommunalwahl. Ein Grund dafür ist die Kommunalreform. Mehrere Verbandsgemeinden in Rheinland-Pfalz wurden aufgelöst und mit anderen zusammengeschlossen. Dadurch gibt es bei der aktuellen Kommunalwahl weniger Verbandsgemeinden  und damit auch weniger Ratsmandate, die zu besetzen sind. Der Anteil der Frauen auf den Bewerberlisten für die Gemeinderäte, Stadträte oder Kreistage hat sich leicht um einen Prozentpunkt auf insgesamt 29 Prozent erhöht.

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