Kommentar zur 5G-Versteigerung "Netzbetreiber sollen nicht rumjammern"

Endlich ist die Auktion vorbei, endlich kann der Netzausbau beginnen. Haken dran. Was bleiben wird, ist die Diskussion um die Vergaberichtlinien, sagt SWR-Redakteur Andreas Reinhardt.

War es richtig, das ganze als Auktion zu veranstalten? Ist die Bundesnetzagentur der richtige Partner dafür? Bei aller Kritik, die Antwort lautet: Ja, Auktion ist das fairste Verfahren.

Die Netzbetreiber sollen nicht rumjammern. Es zahlt ja keiner die 6,5 Milliarden allein. Die Telekom muss für ihre 13 Frequenzblöcke 2,17 Milliarden Euro zahlen. Das ist durchaus machbar, bei 23,3 Milliarden Euro Gewinn in 2018. Bei den anderen sieht das ähnlich aus.

Betreiber suchen Schuld bei Bundesnetzagentur

Das Argument, das Geld für die Lizenzen sei zu viel und fehle jetzt für den Netzausbau, zieht nicht. Die Konzerne hatten gewusst, auf was sie sich bei der Auktion einlassen. Sie haben das Geld in den Haushalten dafür geparkt. Gut nicht ganz so viel, aber sie hätten ja früher die Reißleine ziehen können. Stattdessen suchen sie die Schuld bei der Bundesnetzagentur. Die hat einfach nur ihren Job gemacht. Als Behörde, als Verwaltung, alles richtig gemacht. Sie hat Regeln aufgestellt und geschaut, dass die eingehalten werden. Also, Ja, der richtige Partner.

Wer jetzt das Beil an die Aufsichtsbehörde legen möchte, holzt dabei die Regulierung insgesamt gleich mit um. Das könnte den Netzbetreibern so passen, wenn die Bundesnetzagentur geschwächt würde, das darf nicht passieren. Strom, Gas, Verkehr, Post, Telekommunikation, das muss reguliert werden. Da muss einer drauf schauen, sonst machen die Unternehmen, was sie wollen. Steigende Preise und weniger Wettbewerb wären die Folge, das kann keiner ernsthaft wollen.

Mit 5G lockt eine Milliardengeschäft

Die Mobilfunk-Netzbetreiber sollten nicht rumjammern, sondern sich jetzt auf den Ausbau konzentrieren. Mit 5G lockt ein Milliardengeschäft, dass sie sich nicht entgehen lassen wollen. Das lassen sie gerne unter den Tisch fallen. Das Wehklagen über die hohen Kosten für die Frequenzen ist nur vorgeschoben, denn am Ende zahlen nicht die Anbieter den Ausbau, sondern die Kunden.

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