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Klinikverbünde anfällig für Hacker Datenschützer fordert Konsequenzen nach Cyberattacke auf Kliniken

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Hacker hatten das Netz von elf DRK-Kliniken in Rheinland-Pfalz mit einer Schadsoftware infiziert. Sie hätten leichtes Spiel gehabt, erklärt Datenschützer Dieter Kugelmann und fordert Konsequenzen.

Klinikverbünde sind nach Einschätzung des rheinland-pfälzischen Datenschutzbeauftragten besonders anfällig für Hackerangriffe. Das liege daran, dass sie untereinander vernetzt sind, erklärte Kugelmann dem SWR. Dabei sei der Verbund eigentlich ein Vorteil: auch Abwehrmaßnahmen würden gemeinsam getroffen und seien dadurch vor allem für kleinere Kliniken besser finanzierbar.

Allerdings gelten für große Unikliniken durch das IT-Sicherheitsgesetz strengere Regeln – eine Schwachstelle, wie Datenschützer Kugelmann erläutert. Gerade in kleineren Einrichtungen gebe es Personalprobleme, wenn es um IT-Sicherheit gehe.

Wettlauf mit den Hackern

Im konkreten Fall laufen noch Ermittlungen, wie die Hacker die Firewall des Klinikverbundes überwinden konnte. Kugelmann vermutet, dass menschliches Versagen dazu beigetragen haben könnte.

"Da hat jemand vielleicht den E-Mail-Anhang geöffnet, den man nicht öffnen sollte", so der rheinland-pfälzische Datenschutzbeauftragte im SWR. Generell gelte: die Hacker würden besser, die Abwehrmaßnahmen müssten Schritt halten. Trotzdem werde es immer wieder die eine Sicherheitslücke geben, die Cyberkriminelle ausnutzten. Diesen Wettlauf durchzustehen koste Standvermögen und fordere auch die Politik heraus.

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