Klimademo in Trier (Foto: SWR)

Bäume, E-Mobilität und Böllerverbot? Klimanotstand: Was Landau, Mainz, Trier und Koblenz vorhaben

Vier Städte in Rheinland-Pfalz haben den Klimanotstand ausgerufen. Dabei geht es nicht nur darum, ein Zeichen zu setzen, einige Pläne sind bereits konkret. Auch ein Böllerverbot wird diskutiert.

Hunderttausende neue Bäume, Photovoltaikanlagen und Grün auf den Dächern sowie bessere Radwege: Das sind einige der Projekte, mit denen Landau, Mainz, Koblenz und Trier gegen den festgestellten Klimanotstand in ihren Städten vorgehen wollen.

Klimaschutzmanagerin in Landau

Was sich alle vier Städte vorgenommen haben: Künftig sollen sämtliche Entscheidungen unter Klimagesichtspunkten beleuchtet werden. In Koblenz gilt das für den Stadtrat und die Bauleitplanung. In Landau soll ein "Nachhaltigkeitscheck" für alle Sitzungsvorlagen in den städtischen Gremien eingeführt werden. Die Mainzer Verwaltung arbeite jetzt an einem Verfahren, "wie künftig alle Beschlüsse und Handlungen der Stadt mit Blick auf die Klimarelevanz klassifiziert und beurteilt werden können", sagte ein Sprecher der Stadt.

Landau plant nach eigenen Angaben als erste Stadt in Rheinland-Pfalz die Einführung eines kostenlosen Busshuttles für die Innenstadt. Eine Klimaschutzmanagerin solle auch eingesetzt werden. Die Stadt Trier will zusammen mit den Stadtwerken den ersten CO2-neutralen Gewerbepark bauen.

Förderung von E-Mobilität und Radverkehr

Neuer Radweg in der Heinigstraße (Foto: SWR)
Neue Radwege gehören zum Konzept

Alle Trierer Stadtratsbeschlüsse sollen nach Angaben der Stadt künftig auch die klimatischen Auswirkungen aufführen. Zudem müssten bereits zu jeden Stadtratsbeschluss die finanziellen Auswirkungen betrachtet werden. Trier will mit weiteren Busspuren, dem Ausbau der Radwege und einem Schnellradweg zwischen Trier, Schweich und Konz mehr Leute zum Umstieg vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel und Räder bewegen. Die Stadtwerke betreiben mehr als 60 Ladepunkte für E-Mobilität. Trier ist zudem stolz darauf, die erste Stadt zu sein, in der in Rheinland-Pfalz E-Busse im Linienverkehr unterwegs waren. Für die Stadtverwaltung würden nach Möglichkeit nur noch E-Fahrzeuge bestellt.

In Koblenz hat der Stadtrat 33 konkrete Maßnahmen zur Bewältigung der Klimakrise beschlossen, erklärte ein Sprecher. Dazu gehöre auch, den ÖPNV so zu stärken, dass in vier Jahren zwei Millionen Fahrgäste mehr damit fahren. Außerdem werden die Ampeln und die Straßenbeleuchtung in Koblenz auf LED-Technik umgerüstet. Auf den städtischen Dächern sollen Photovoltaikanlagen errichtet werden. Im Koblenzer Stadtwald sollen 200.000 neue Bäume und in der Stadt selbst noch einmal 300 gepflanzt werden. Dabei entscheidet sich die Stadt auch für klimaresistenten Arten wie Traubeneiche, Walnuss, Elsbeere, Roteiche, Baumhasel und Küstentanne. Landau will an seinen Straßen und Wegen rund 500 zusätzliche Bäume pflanzen.

Verdorrte Halme am Rhein mit Blick auf die Stadt Mainz (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Andreas Arnold/dpa)
Die Städte setzen auf klimaresistentere Pflanzen picture alliance/Andreas Arnold/dpa

Verbot der Silvester-Böllerei rechtlich schwierig

Der Forderung der Deutschen Umwelthilfe nach einem Böller-Verbot an Silvester will jedoch keine der vier Städte nachkommen. "Ein komplettes Verbot des Silvesterfeuerwerks ist aus Sicht des Ordnungsdezernenten rechtlich ohnehin nicht möglich", sagte der Sprecher der Stadt Trier. In Landau richtet sich das Augenmerk in dieser Diskussion eher auf die großen Volksfeste. "Die Schaustellerinnen und Schausteller vertreten ganz klar die Meinung, dass das Feuerwerk beim Mai- und Herbstmarkt viele Besucherinnen und Besucher auf den Platz zieht - und wollen nicht darauf verzichten",erklärt eine Sprecherin. Die Stadt sei in der Sache noch nicht entschieden.

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