"Azubis gesucht" steht auf einem Banner am Stand einer Firma auf einem Berufsforum. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Martin Schutt/zb/dpa)

IHK-Umfrage zu Azubi-Mangel in Rheinland-Pfalz Betriebe beklagen Defizite bei Auszubildenden

Immer mehr Ausbildungsplätze im Land werden nicht besetzt. Als Hauptgrund wird in einer IHK-Umfrage der Mangel an geeigneten Bewerbungen genannt. Mehr als zwei Drittel der Schüler hätten Defizite.

Nach einer am Dienstag in Mainz vorgestellten Erhebung der Industrie- und Handelskammern (IHK) konnten im vergangenen Jahr 30,6 Prozent der Betriebe nicht alle Ausbildungsplätze besetzen. Seit 2010 habe sich die Zahl der offenen Ausbildungsplätze auf rund 2.600 verdreifacht. "Wir erwarten auch in diesem Jahr eine Zunahme unbesetzter Ausbildungsplätze", sagte der für Ausbildungsfragen zuständige Geschäftsbereichsleiter der IHK Pfalz, Michael Böffel.

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Betriebe: Bewerber oft nicht geeignet

An der bundesweit organisierten Online-Befragung im Mai hatten sich 553 Unternehmen aus Rheinland-Pfalz beteiligt. Fast zwei Drittel davon (64,4 Prozent) bemängelten dabei fehlende Leistungsbereitschaft und Motivation der Schulabgänger. Danach folgten sprachliches Ausdrucksvermögen, Belastbarkeit, Disziplin, elementare Rechenfertigkeiten und Umgangsformen. Die Gründe dafür seien auch in den Elternhäusern zu finden, sagte Böffel.

Nahezu drei Viertel (73,6 Prozent) gaben als Grund für nicht besetzte Ausbildungsplätze an, dass keine geeigneten Bewerbungen eingegangen seien.

"Soft Skills" gefragt

Zunehmen werde künftig die Bedeutung von IT-Kompetenzen. Außerdem werde verstärkt auf "Soft Skills" geachtet - hier nannte Böffel Kommunikationsfähigkeit, die Fähigkeit zu strukturierterem Arbeiten und logischem Denken sowie Verantwortungsbewusstsein und soziale Kompetenz. "Berufsausbildung ist die beste Medizin für den Fachkräftemangel", sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK Trier, Jan Glockauer.

Muscheid weist Kritik der Arbeitgeber zurück

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) beklagt, dass es in Rheinland-Pfalz aktuell nahezu 80.000 Menschen zwischen 20 und 30 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung gebe. "Jedes Jahr kommen Tausende junge Menschen dazu, die wir beim Übergang von der Schule ins Berufsleben verlieren", sagte der DGB-Landesvorsitzende Dietmar Muscheid. Das könne man sich angesichts des Fachkräftemangels nicht leisten. Die Kritik der Arbeitgeber am Bildungssystem wies Muscheid im SWR zurück.

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In die Zuständigkeit der Industrie- und Handelskammern fallen 54,9 Prozent der Ausbildungsverhältnisse in Rheinland-Pfalz, danach folgt das Handwerk mit 30,7 Prozent.

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