Unterschiedlichste Aktionsbündnisse haben bereits zu Demonstrationen gegen die IAA aufgerufen. (Foto: dpa Bildfunk, Lennart Stock/dpa +++ dpa-Bildfunk)

IAA Frankfurt 2019 Strukturwandel für Autobauer und -zulieferer in Rheinland-Pfalz

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Die Autobranche ist im Umbruch. Nachhaltig und sparsam beim CO2-Verbrauch wollen alle sein. Auf der Automobilausstellung zeigen Opel und hiesige Autozulieferer, wie sie sich wandeln.

Elektrische Beats für elektrische Autos – bei der Präsentation auf der IAA rückt Opel seine Stromer und Hybride ins Rampenlicht. Zusammen mit Fußballtrainer und Markenbotschafter Jürgen Klopp legte Konzernchef Michael Lohscheller einen überdimensionierten Stromschalter um. Wer es jetzt noch immer nicht verstanden hatte, dem erklärte es der Opel-Chef im anschließenden Interview. „Opel wird elektrisch – das ist das Motto von Opel auf der IAA. Letztendlich wird der Kunde dies entscheiden, wie schnell auch die Elektromobilität hochläuft und welche Bedeutung dann noch die Verbrennungsmotoren spielen.“

Michael Lohscheller, Geschäftsführer der Opel Automotive GmbH und Vorstandsmitglied der PSA-Gruppe steht mit Jürgen Klopp, Cheftrainer des FC Liverpool vor dem Corsa-e (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Thomas Frey/dpa)
FC Liverpools-Trainer Klopp und Opel-Chef Lohscheller präsentieren den Corsa-e picture alliance/Thomas Frey/dpa

„Kaiserslautern ist gut aufgestellt“

Verbrennungsmotoren sind vor allem für den Opel-Standort Kaiserslautern wichtig. Denn die rund 1.700 Beschäftigten dort bauen unter anderem Teile für Verbrenner. Dass durch die Elektrifizierung der Standort unter die Räder kommen könnte, solche Ängste versucht Opel-Chef Lohscheller auf der IAA zu entkräften.

„Der Standort Kaiserslautern hat für Opel eine hohe strategische Bedeutung und für den gesamten PSA-Konzern. Denn wir produzieren in Kaiserslautern wichtige Komponenten. Wir haben dort gerade auch investiert. Kaiserslautern ist da gut aufgestellt.“

Michael Lohscheller, CEO Opel Automobile GmbH und Vorstandsmitglied der Groupe PSA
Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Vom Strukturwandel heftig getroffen: Autozulieferer in Rheinland-Pfalz

Was auf der IAA augenscheinlich ist: Die Branche ist im Umbruch. Nachhaltig und sparsam beim CO2-Verbrauch wollen alle sein. In einigen Imagefilmen von Automarken sind gefühlt mehr Windräder als Reifen zu sehen.

Von dem Strukturwandel hin zu neuen Antriebsarten am stärksten betroffen sind die Autozulieferer – zum Beispiel der Komponentenstandort des japanischen Zulieferers Musashi in Bad Sobernheim. Früher hatte das Werk Zahnräder für Antriebe vorbearbeitet. Die eigentlichen Zähne frästen die Kunden selbst hinein. Weil E-Motoren deutlich weniger Teile benötigen, sollen in Bad Sobernheim in Zukunft komplette Komponenten gebaut werden. Das erhöht die Wertschöpfung.

Harald Wambsganß, Bereichsleiter Vertrieb und Projektmanagement bei Musashi in Bad Sobernheim (Foto: SWR, Michael Herr)
Harald Wambsganß, Bereichsleiter Vertrieb und Projektmanagement bei Musashi in Bad Sobernheim Michael Herr

Harald Wambsganß von Musashi erklärt: „Das ist eine schwierige Zeit, einige Zulieferer werden komplett verschwinden. Wir haben das Glück, dass wir in einem Segment sind, das man auch weiterhin braucht.“

Aber auch bei Musashi werde sich die Teileanzahl reduzieren. Durch die globale Aufstellung von Musashi sei man aber finanziell stabil.

Neue App für Spritverbrauch vom Fraunhofer-Institut Kaiserslautern

Trotz aller Zukunftsängste – aus Rheinland-Pfalz kommen auf der IAA auch komplett neue Ideen. Das Fraunhofer-Institut ITWM in Kaiserslautern zum Beispiel hat eine neue App entwickelt, die Kunden helfen soll, beim Autokauf ein spritsparendes Modell zu wählen. Die App soll exakt berechnen, wieviel Sprit und CO2 ein Auto mit verschiedenen Antriebsarten verbraucht. Ungefähre Standardwerte, die viele Hersteller angeben, werden realistisch und messgenau für das Fahrverhalten jedes Einzelnen.

Eine App, die Verbrauchern auch im Alltag helfen kann, Kosten zu kontrollieren – auch nach dem Autokauf, meint Sascha Feth vom ITWM. „Die App sagt mir auch, welchen Einfluss der Fahrstil haben wird und auch, was die elektrischen Verbraucher ausmachen. Ich könnte das Ganze einmal rechnen mit einem ausgewogenen Fahrstil, dann mit einem sportlichen, mit einem zurückhaltenden – und könnte an die, ich sage mal 30 Cent pro Kilometer, die mir die App vorgibt, jedes Mal denken, wenn ich wieder einen Gasfuß entwickle."

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