In den Wäldern in Rheinland-Pfalz sind über 80 Prozent der Bäume krank, elf Prozent mehr als letztes Jahr (Foto: picture-alliance / dpa)

Geschwächte Fichten und Douglasien 84 Prozent der Bäume in Rheinland-Pfalz sind krank

In den Wäldern in Rheinland-Pfalz sind 84 Prozent der Bäume krank, elf Prozent mehr als im letzten Jahr. Das geht aus dem diesjährigen Waldzustandsbericht hervor.

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Verschlechtert hat sich dem Bericht zufolge vor allem der Zustand von Fichten und Douglasien. Experten haben für den Waldzustandsbericht fast 3.900 Bäume im Land begutachtet. 84 Prozent der Bäume seien demnach krank – im vergangenen Jahr waren es noch 73 Prozent. Der Zustand des Waldes ist der schlechteste seit Beginn der jährlichen Waldzustandserhebung im Jahr 1984. Im Pfälzerwald sind laut der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt lediglich die Kiefern stabil geblieben.

"Keine Überraschung"

Nach einem Jahr mit extremen Wetterbedingungen überrasche sie das nicht, sagte Forstministerin Ulrike Höfken (Grüne). "In diesem Jahr sind die deutlichen Schäden an unseren Bäumen durch Luftschadstoffe und klimatische Veränderungen von 24 auf 37 Prozent angestiegen", teilte Höfken weiter mit. Dazu zählten auch Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft, dem Verkehr und der Energiewirtschaft. "Wir können eigentlich schon von Waldsterben reden", so Höfken im SWR-Interview.

Hitze, Trockenheit, Borkenkäfer

Der Zeitraum von April bis Oktober war der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. "Hitze und Trockenheit schwächen die Bäume und begünstigen zum Beispiel die Lebensbedingungen der Borkenkäfer, die vor allem die Fichten gefährden. So sind in diesem Jahr rund 500.000 Festmeter Holz dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen", sagte Höfken in Mainz. Die Schäden dadurch werden in Rheinland-Pfalz auf bis zu 20 Millionen Euro geschätzt.

Mehr finanzielle Unterstützung gefordert

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatte den Waldbesitzern vor kurzem eine Dürrehilfe von 25 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Diese Initiative bezeichnete Höfken im SWR-Interview als "Goodwill-Aktion". Sie sei nicht annähernd geeignet, um den Wald mit all seinen Funktionen aufrecht zu erhalten. Am Freitag will die Landesregierung im Bundesrat eine Initiative einbringen, damit der Bund privaten und kommunalen Waldbesitzern mehr Geld gibt, um die durch den Klimawandel hervorgerufenen Waldschäden auszugleichen.

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