Gesprengter Geldautomat (Foto: picture-alliance / dpa, SWR)

23 Fälle in diesem Jahr Kriminelle sprengen immer häufiger Geldautomaten

In Rheinland-Pfalz häufen sich die Fälle gesprengter Geldautomaten. Das LKA hat daher eine Ermittlungsgruppe gegründet.

Das rheinland-pfälzische Landeskriminalamt (LKA) zählte bisher 23 Fälle von gesprengten Geldautomaten - zuletzt am Mittwoch in Montabaur. Das sei eine drastische Steigerung, so die Ermittler. Denn im gesamten Jahr 2017 waren es insgesamt 23 gewesen, noch vor drei Jahren nur fünf.

Automatensprenger in Banden organisiert

"Wir haben professionelle Täter, organisierte Banden", sagte ein LKA-Sprecher. "Mittlerweile stellen wir auch fest, dass es Trittbrettfahrer gibt." Die Tatorte waren unterschiedlich, manchmal waren es mehrere am gleichen Tag.

Im Januar gründete die Polizei eine zentrale Ermittlungsgruppe in Mainz, nachdem sich die Fälle gehäuft hatten. Die Automatensprenger sind nicht immer erfolgreich. Unter den 18 Fällen in diesem Jahr waren nach LKA-Angaben sieben Versuche, die erfolglos blieben. Das ist ein Anteil von rund 40 Prozent. Im gesamten vergangenen Jahr waren zwölf erfolglose Versuche darunter - das ist mehr als die Hälfte.

Massive Verwüstungen

In den Jahren 2015 und 2016 gab es in Rheinland-Pfalz jeweils nur fünf Sprengungen von Geldautomaten. Die Zahl der Versuche lag bei drei beziehungsweise zwei. Bis Oktober gab es in diesem Jahr acht versuchte Sprengungen.

Die Explosionen sorgen für hohe Schäden: Im Oktober musste ein Kindergarten im Kaiserslauterer Stadtteil Mölschbach vorerst umziehen. Bei der Explosion wurde nicht nur der Geldautomat zerstört, sondern auch die Gebäudeteile mit dem Kindergarten erheblich beschädigt.

Im Juni zerstörten Unbekannte einen Geldautomaten in Mülheim-Kärlich (Kreis Mayen-Koblenz) und verursachten einen Schaden von 114.000 Euro. In Bingen richteten Bankräuber bei der Sprengung eines Automaten ebenfalls im Juni eine Verwüstung in dem Gebäude an, auch angrenzende Büroräume wurden beschädigt. Im Mai wurde ein Automat in einem Spielcasino in Alzey gesprengt - auch hier gab es massive Schäden. Im April sorgte eine Explosion in einer Bank in Ludwigshafen für große Schäden am Gebäude.

Neue Aufbruchmethode ohne Aufbruchspuren

Anfang Juli fiel der Polizei noch eine andere Methode auf: Im pfälzischen Lustadt öffnete ein Dieb Ende Juni einen Geldautomaten und stahl rund 100.000 Euro - Aufbruchspuren am Gerät fanden sich nicht. Die Beamten gingen deshalb davon aus, dass der Täter Insiderwissen hatte und einen Code benutzte. In Mainz kam es am gleichen Tag zum Diebstahl eines sechsstelligen Betrages aus einem Geldautomaten - ebenfalls ohne Spuren. Die Polizei vermutet, dass der oder die Täter Originalschlüssel hatten und den Zahlencode kannten.

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