Gesprengter Geldautomat (Foto: picture-alliance / dpa, SWR)

Hohe Schäden Kriminelle sprengen immer häufiger Geldautomaten

In Rheinland-Pfalz häufen sich die Fälle gesprengter Geldautomaten. Das LKA gründete daher eine Ermittlungsgruppe. Aber inzwischen haben die Täter eine neue Aufbruchmethode.

Im ersten Halbjahr dieses Jahres zählte das rheinland-pfälzische Landeskriminalamt (LKA) 17 Fälle von gesprengten Geldautomaten. Das sei eine drastische Steigerung, so die Ermittler. Denn im gesamten Jahr 2017 waren es insgesamt 23 gewesen, noch vor drei Jahren nur fünf.

Automatensprenger in Banden organisiert

"Wir haben professionelle Täter, organisierte Banden", sagte ein LKA-Sprecher. "Mittlerweile stellen wir auch fest, dass es Trittbrettfahrer gibt." Die Tatorte waren unterschiedlich, manchmal waren es mehrere am gleichen Tag.

Im Januar gründete die Polizei eine zentrale Ermittlungsgruppe in Mainz, nachdem sich die Fälle gehäuft hatten. Die Automatensprenger sind nicht immer erfolgreich. Unter den 17 Fällen im ersten Halbjahr waren nach LKA-Angaben sieben Versuche, die erfolglos blieben. Das ist ein Anteil von rund 40 Prozent. Im gesamten vergangenen Jahr waren zwölf erfolglose Versuche darunter - das ist mehr als die Hälfte.

Massive Verwüstungen

In den Jahren 2015 und 2016 gab es in Rheinland-Pfalz jeweils nur fünf Sprengungen von Geldautomaten. Die Zahl der Versuche lag bei drei beziehungsweise zwei. Die Sprengungen sorgen für hohe Schäden: Im Juni zerstörten Unbekannte einen Geldautomaten in Mülheim-Kärlich (Kreis Mayen-Koblenz) und verursachten einen Schaden von 114.000 Euro.

In Bingen richteten Bankräuber bei der Sprengung eines Automaten ebenfalls im Juni eine Verwüstung in dem Gebäude an, auch angrenzende Büroräume wurden beschädigt. Im Mai wurde ein Automat in einem Spielcasino in Alzey gesprengt - auch hier gab es massive Schäden. Im April sorgte eine Explosion in einer Bank in Ludwigshafen für große Schäden am Gebäude.

Neue Aufbruchmethode ohne Aufbruchspuren

In den vergangenen Tagen fiel der Polizei noch eine andere Methode auf: Im pfälzischen Lustadt öffnete ein Dieb Ende Juni einen Geldautomaten und stahl rund 100.000 Euro - Aufbruchspuren am Gerät fanden sich nicht. Die Beamten gingen deshalb davon aus, dass der Täter Insiderwissen hatte und einen Code benutzte. In Mainz kam es am gleichen Tag zum Diebstahl eines sechsstelligen Betrages aus einem Geldautomaten - ebenfalls ohne Spuren.

Die Polizei vermutet, dass der oder die Täter Originalschlüssel hatten und den Zahlencode kannten. Ob die beiden Fälle zusammenhängen, wird noch untersucht. Die Ermittlungen in beiden Fällen dauern nach Angaben der Polizei in Mainz und Landau an. Es geht aber auch noch ungewöhnlicher: Unbekannte fuhren im März mit einem gestohlenen Traktor in eine Bank in Lebach im Saarland und stahlen einen kompletten Geldautomaten. Sie luden ihn auf einen Kastenwagen und flohen dann. Den Traktor ließen sie zurück.

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