Eine Straßensperre steht auf der Hochstraße Süd in Ludwigshafen. Wegen statischer Probleme werden weiterreichende Sperrungen an einem Abschnitt der Ludwigshafener Hochstraße Süd notwendig.  (Foto: dpa Bildfunk, Foto: Uwe Anspach)

Einsturzgefährdete Strecke Stadtrat Ludwigshafen beschließt Teilabriss der Hochstraße Süd

Seit der Sperrung der einsturzgefährdeten Hochstraße Süd herrscht in Ludwigshafen Ausnahmezustand. Jetzt hat der Stadtrat Nägel mit Köpfen gemacht und entschieden: Eine Teilstrecke der Hochstraße wird abgerissen.

Jetzt steht es fest: Der einsturzgefährdete etwa 500 Meter lange Teil der Hochstraße Süd wird abgerissen. Das hat der Ludwigshafener Stadtrat am Montagnachmittag einstimmig beschlossen. Damit folgte er dem Vorschlag der Verwaltung. Lediglich bei der Frage, wie es nach dem Abriss weitergeht, gab es unterschiedliche Auffassungen.

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OB Steinruck: Finanzierung des Hochstraßen-Abrisses steht

Dass die Finanzierung für den Abriss der Hochstraße Süd steht, hatte Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) zu Beginn der Stadtratssitzung am Montagmittag erklärt. Es gebe Rückendeckung vom Land, und Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) wolle jetzt auch den Bund ansprechen. Damit könnte die Planung verkürzt werden.

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Gegenwind aus der CDU-Fraktion

CDU-Fraktionschef Peter Uebel sagte, ein Zeitraum von bis zu 15 Jahren bis es eine neue Hochstraße Süd gebe, sei inakzeptabel. Die damit verbundenen Verkehrsprobleme schwächten den Wirtschaftsstandort Ludwigshafen. Uebel warf Oberbürgermeisterin Steinruck vor, viele Fragen in Bezug auf die als Ausweichstrecke geplante Hochstraße Nord unbeantwortet gelassen zu haben.

Zudem fehlten konkrete Angaben zur Finanzierung. Steinruck wies die Kritik zurück. Alles werde offen und transparent besprochen. Die Fraktionen von AfD, Grünen und FWG erklärten, sie seien mit den Plänen der Stadtverwaltung einverstanden.

Stadtrat Ludwigshafen (Foto: SWR)
Volles Haus: Ludwigshafener Stadtrat am Montagmittag

Auftrag für Abriss der Hochstraße Süd noch vor Weihnachten?

Laut Ludwigshafens Chefingenieur Björn Berlenbach ist noch unklar, wann mit dem Abriss begonnen werden kann. Man habe bereits Baufirmen im Blick, erste Anfragen liefen. Der Auftrag für den Abriss soll noch vor Weihnachten vergeben werden.

Die Tagesordnung der Stadtratssitzung enthielt mehrere Punkte, die sich mit der Zukunft der Hochstraßen beschäftigen - denn die maroden Bauwerke lähmen den Verkehr in der Pfalz-Metropole seit Monaten.

Rathauscenter Ludwigshafen mit Hochstraße (Foto: SWR)
Rathauscenter Ludwigshafen mit Hochstraße

Oberbürgermeisterin Steinruck warnt vor Hauruck-Aktionen

Oberbürgermeisterin Steinruck hatte zwar eine breite Mehrheit für den Abriss erwartet. Allerdings mahnte die SPD-Politikerin im Gespräch mit dem SWR bei aller gebotenen Eile auch zur Vorsicht: "Schlechte Abrissplanung könnte zur Folge haben, dass der nahe gelegene Bahndamm abrutscht und die Bahnverbindungen in Mitleidenschaft gezogen werden", so die OB.

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Zudem müsse verhindert werden, dass angrenzende Brückenbauwerke wie die Pylon- oder die Konrad-Adenauer-Brücke Schaden nehmen könnten. Ein Abriss müsse deshalb genau geplant werden.

Auf die Hochstraße soll eine neue Hochstraße folgen

Ist die Hochstraße Süd Geschichte, soll umgehend der Bau einer neuen umgesetzt werden. Für Abriss und erste Neuplanungen liegt der "grobe Kostenrahmen" laut Stadt bei 15,5 Millionen Euro - einschließlich eines neuen Konzepts für den Verkehr von Bussen und Bahnen.

Der Baubeginn der Hochstraße Nord wird dagegen verschoben. Laut OB geht es darum, die Hochstraße Nord so lange sicher in Betrieb zu halten, bis die Südtrasse wieder befahrbar sei: "Erst dann kann mit dem Rückbau der Hochstraße Nord und dem Bau der Stadtstraße begonnen werden." Allerdings soll die marode Hochstraße Nord ertüchtigt werden.

Abfahrt Heinigstraße soll saniert und geöffnet werden

Ebenfalls für Entlastung sollen die Sanierung und Freigabe der seit fünf Jahren gesperrten "Abfahrt Heinigstraße" sorgen. Hierfür schlug die Verwaltung dem Stadtrat eine Sanierung vor, die laut Antrag 420.000 Euro kosten soll. Die Abfahrt könnte innerhalb von einem halben Jahr saniert werden.

Die Stadt hat die gesamte Ratssitzung bei Twitter veröffentlicht:

Die Sitzung des Stadtrats vom vergangenen Montag, 9. Dezember, ist nun in voller Länge auf unserem #Stadtrat Live-Kanal auf #YouTube zu sehen. https://t.co/D5gLvZi3Kx

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