Auf einer Schultafel ist "Hitzefrei" angeschrieben und die Schüler davor stürmen aus dem Klassenzimmer (Foto: picture-alliance / dpa)

Heißer Endspurt zu den Sommerferien Hitzefrei? Gibt es in Rheinland-Pfalz immer noch

Kurz vor Ferienbeginn bläst die Heißluft aus der Sahara auch durch die rheinland-pfälzischen Schulbänke. Ab wann Schüler Hitzefrei bekommen und welche weiteren Maßnahmen Schulen anbieten, haben wir zusammengefasst.

Fast haben es die Schüler aus Rheinland-Pfalz geschafft: Die Sommerferien sind schon greifbar nah. Doch bis Freitag sind noch einige heiße Tage zu überbrücken - der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldet bis zu 40 Grad.

Drei Jungen springen in einem Springbrunnen, um sich abzukühlen (Foto: picture-alliance / dpa)
Ein Springbrunnen auf dem Schulhof ist manchmal fast wie ein Sechser im Lotto

Schulleiter entscheiden, wann der Unterricht entfällt

Die gute Nachricht: Hitzefrei gibt es noch immer! Die Aufsichts- und Dienstleistungsbehörde (ADD) bestätigt dem SWR, dass das Hitzefrei nicht abgeschafft ist. Seit den 1990er Jahren sei es so organisiert, dass die Schulleiter darüber entscheiden, wann der Unterricht wegen zu hoher Temperaturen entfällt.

Das kann auch nur für einzelne Fächer wie Sport oder für einzelne Klassenräume beschlossen werden. Das gesundheitliche Wohl der Schüler stehe selbstverständlich immer im Vordergrund, teilte das Bildungsministerium dazu mit.

Früher Schule-Aus in Mainz und Kaiserslautern

Einige Schulen im Land beenden den Unterricht wegen der Hitze früher. "Wir haben in diesen Tagen nach der 5. Stunde Unterrichtsschluss", hieß es zum Beispiel im Sekretariat des Gutenberg-Gymnasiums in Mainz. Die dort unterrichteten 1.100 Kinder und Jugendlichen könnten noch am Mittagessen teilnehmen und dann nach Hause gehen.

An dem auf Sport spezialisierten Heinrich-Heine-Gymnasium in Kaiserslautern gibt es nach Angaben einer Sprecherin in dieser Woche Projekttage. Dabei entscheiden die Lehrer, wann sie die Trainingseinheiten beenden, weil es zu heiß geworden ist.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Kein offizieller Grenzwert für Hitzefrei

Eine kritische Temperatur, ab der Hitzefrei erlaubt ist, gibt es dabei nach Angaben der ADD nicht. Die Entscheidung über Unterrichtsausfall wegen unzumutbarer Temperaturen darf unabhängig von der Schulform jeder Schulleiter nach seinem Ermessen treffen. Allein für die Oberstufe gelten strengere Bedingungen. Zwar dürften Schulleiter auch den Schülern der höheren Klassen freigeben, aber: "Hier muss auch der Vergleich mit den gleichaltrigen Auszubildenden gemacht werden, die eben nicht von ihrem Chef wegen großer Hitze nach Hause geschickt werden", so die ADD-Sprecherin. Im Übrigen seien die älteren Schüler auch robuster und die Lerngruppen kleiner, so dass man leichter an einen kühleren Platz in der Schule wechseln könnte.

Geänderte Unterrichtszeiten

Während des Hitzesommers im letzten Jahr hatten zahlreiche Schulen im Land zum Schulbeginn ihre Stunden verkürzt. Unter anderem an mehreren Gymnasien in Mainz dauerten die Schulstunden statt 45 nur 30 Minuten, damit der Unterricht frühzeitig beendet werden konnte. Mehrere Trierer Schulen verzichteten auf den Nachmittagsunterricht.

Über Hitzefrei wird vor Ort entschieden

"Normalerweise gibt es da schon deutliche Unterschiede", erklärt eine ADD-Sprecherin. Auch Lage und Bauweise der Schulen führten dazu, dass die Temperaturen in den Schulgebäuden stark schwanken. Deshalb werde in Rheinland-Pfalz vor Ort entschieden, wann es Hitzefrei gebe.

Zwei Grundschüler trinken aus ihren Trinkflaschen auf die Nachricht vom hitzefrei (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Ausreichend trinken - auch das haben die Lehrer hoffentlich bei den Schülern im Blick Picture Alliance

Betreuung auch bei Hitzefrei gewährleistet

Ob Ganztags- oder Halbtagsschule spielt in Sachen Hitzefrei keine Rolle. Bei Ganztagsschulen werden Eltern vorab gefragt, ob Kinder früher nach Hause geschickt werden dürfen. Liegt keine Einwilligung vor, wird das Kind bis Schulschluss in der Schule betreut, auch wenn kein Unterricht mehr stattfindet.

Ein Rundschreiben oder ähnliches mit den wichtigsten Regeln und möglichen Maßnahmen hat die ADD trotz der aktuellen Hitze nicht an die Schulen geschickt: "Das hat bisher auch immer funktioniert und wird diesmal auch klappen. 2003 hatten wir auch eine Hitzewelle und die hat vier Monate gedauert", ist die ADD-Sprecherin sicher, dass die Schulleiter alles im Griff haben.

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