"Walrossbart", "Pommes" und "Kempa-Trick" 10 Dinge, die Sie zur Handball-WM wissen sollten

"Walrossbart", "Pommes" und "Kempa-Trick" 10 Dinge, die Sie zur Handball-WM wissen sollten

Uwe Gensheimer beim Wurf (Foto: picture-alliance / Reportdienste)
"HANDBALL-WM" - Jetzt läuft sie also wieder, die Handball-WM. Es ist die 26. seit den ersten Titelkämpfen 1938. Zum siebten Mal findet sie auf deutschem Boden statt - diesmal aber gibt es mit Dänemark noch einen zweiten Gastgeber. Spielorte sind Berlin, München, Köln, Hamburg, Kopenhagen und Herning, wo am 27. Januar das Finale ausgetragen wird.
"FRAUENSPORT" - Dabei waren es zunächst nicht die Männer, sondern die Frauen, die den Ball in die Hand nahmen. 1917 legte der Berliner Oberturnwart Max Heiser fest, dass das von ihm entworfene Spiel "Torball" künftig "Handball" heißen solle. Das neue Spiel sollte es den Mädchen erlauben, sich ohne Körperkontakt auszutoben - anders als die Jungs beim Fußball.
"FELDHANDBALL" - Zunächst wurde aber nicht wie heute in der Halle gespielt, sondern auf dem Feld. Spielfeld und Tore waren so groß wie die beim Fußball, statt Strafräumen gab es Torräume. Wie beim Fußball hatte ein Team zehn Feldspieler und einen Torhüter. Bei der WM 1955 in Deutschland wurden die 33 Spiele an 32 verschiedenen Orten ausgetragen - hier ein Bild des Auftaktspiels der deutschen Mannschaft gegen Portugal (9:4) in Berlin.
"MONSIEUR HANDBALL" - Die deutsche Handball-Legende der 40er bis 70er Jahre war Bernhard Kempa (r.) . Als Spielertrainer von Frisch Auf Göppingen gelang ihm 1954 mit einem jungen Team, den "Kempa-Buben", der Titel in der Halle und auf dem Feld. Zwei weitere Deutsche Meisterschaften als Spieler folgten, als Trainer holte er fünf Meistetitel sowie den Europapokal 1960, alles mit Göppingen.
"KEMPA-TRICK" - In die Handballgeschichte eingegangen ist Bernhard Kempa zudem mit einem von ihm erfundenen Spielzug, dem "Kempa-Trick". Dabei passt ein in Richtung Tor springender Spieler den Ball an einen anderen Spiler weiter, der ihn in der Luft fängt und aufs Tor wirft, bevor er wieder den Boden berührt. Mittlerweile gibt es Varianten mit mehrfachen Anspielen hintereinander, der Rekord liegt derzeit bei fünf.
"DREI TITEL" - Die deutsche Mannschaft holte bisher drei Mal den WM-Titel. Bei den ersten Titelkämpfen 1938 in Berlin wurden im überschaubaren Vierer-Feld alle drei Partien gewonnen. 1978 in Dänemark schlug das Team von Bundestrainer Vlado Stenzel im Finale den großen Favoriten UdSSR mit 20:19 (hier Horst Spengler bei einem Torwurf). Bei der Heim-WM 2007 gab es schließlich den heftig umjubelten 29:24-Finalsieg gegen Polen.
"WALROSSBART" - Heiner Brand war der erste Deutsche, der als Spieler und Trainer Weltmeister wurde. Der Kreisläufer aus Gummersbach holte 1978 mit dem Nationalteam den WM-Titel. 29 Jahre später war er Trainer der Weltmeister-Mannschaft von 2007. Sein Markenzeichen ist der Walrossbart, der ihn schon in jungen Jahren zierte. Montage: SWR
"BARTJUBEL" - Das Markenzeichen des Trainers wurde auch zum Symbol des deutschen WM-Sieges 2007. Mit Pappkronen und angeklebten Walrossbärten erschienen die deutschen Spieler zur Siegerehrung. Eine Hommage an Trainer Heiner Brand, der dann im gleichen Jahr auch noch den Ehrentitel "Bart des Jahres" einheimsen konnte.
"POMMES" - Der rheinland-pfälzische Beitrag zur deutschen WM-Geschichte ist Pascal Hens, wegen seiner dünnen Arme seit der Jugend als "Pommes" bekannt. Der in Daun geborene Hens erzielte in 199 Länderspielen 565 Tore. Der größte sportliche Erfolg des 2,03 Meter großen Rückraumspielers war der WM-Titel 2007.
"WM-POKAL" - Um diesen Pokal geht es vom 10. bis 27. Januar. Das deutsche Team muss in der Vorrunde gegen Korea, Brasilien, Russland, Frankreich und Serbien ran. ARD und ZDF übertragen die deutschen Spiele live in Fernsehen und Internet, alle Infos zur WM gibt es bei sportschau.de/handball-wm und bei swr.de/sport.
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