Wappen des Landes Rheinland-Pfalz (Foto: picture-alliance / dpa)

Gutachten zur Kommunalreform Zehn Landkreise könnten aufgelöst werden

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Das Gutachten der rheinland-pfälzischen Landesregierung zur Kommunalreform empfiehlt massive Veränderungen. Neben sieben kreisfreien Städten sollen danach bis zu zehn Landkreise aufgelöst werden.

Momentan gibt es in Rheinland-Pfalz 24 Landkreise. Ein Modell im Gutachten sieht vor, dass es künftig nur noch 14 geben soll. Dafür müssten Landkreise fusionieren.

Im Norden von Rheinland-Pfalz sollen demnach zum Beispiel die Kreise Neuwied und Altenkirchen zusammengehen oder der Eifelkreis Bitburg-Prüm mit dem Vulkaneifelkreis. Im Süden sollen sich zum Beispiel der Kreis Südliche Weinstraße mit dem Kreis Germersheim und der Stadt Landau verbinden.

Fusion von drei Landkreisen

In einigen Fällen schlagen die Gutachter sogar die Fusion von drei Landkreisen vor. So sollen zum Beispiel Bad Kreuznach, Birkenfeld und der Rhein-Hunsrück-Kreis verschmelzen, ebenso wie der Kreis Kusel, der Donnersbergkreis und der Kreis Kaiserslautern.

Im Süden von Rheinland-Pfalz sollen sich die Kreise vor allem mit Städten zusammenschließen. Darüber hatte der SWR am Freitag berichtet.

Zwei Landkreise bleiben unberührt

Nur die Landkreise Mainz-Bingen (rund 210.000 Einwohner) und Trier-Saarburg (rund 150.000 Einwohner) blieben in ihrer jetzigen Form erhalten.

Ziel sei es, die Kommunen fit für die Zukunft zu machen. Nach den Ergebnissen der Gutachter müssen Städte, Kreise und Gemeinden größer werden, um die Arbeit auf den verschiedenen Verwaltungsebenen möglichst umfangreich zu verbessern.

Vier Reformvorschläge in Gutachten

Dazu haben die Gutachter verschiedene Reformvorschläge gemacht, bei denen die Kommunen unterschiedlich viele Einwohner haben. Je nach Größe, lassen sich mal mehr, mal weniger Reformziele erreichen. Insgesamt gibt es vier Reformvorschläge.

Momentan leben in einem rheinland-pfälzischen Landkreis im Schnitt 125.000 Menschen. Das ist der zweitniedrigste Wert aller Bundesländer und weit unter dem Durchschnitt der Flächenländer. Gebe es stattdessen 14 Landkreise, würde die durchschnittliche Einwohnerzahl eines Landkreises dem Gutachten zufolge auf rund 240.000 steigen - der Wert wäre deutlich über dem Länderschnitt.

Lewentz: Lediglich Vorschläge

Innenminister Roger Lewentz (SPD) sagte dem SWR, das Gutachten liefere lediglich Vorschläge. Über eine mögliche Umsetzung werde mit allen Beteiligten gesprochen. Außerdem werde keine Kommune gezwungen, sich mit einer anderen zusammenzuschließen.

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