Der Weg vom Beruf zum Studium soll in Rheinland-Pfalz vereinfacht werden (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Entwurf für rheinland-pfälzisches Hochschulgesetz Noch einfacher vom Beruf ins Studium

Wissenschaftsminister Konrad Wolf (SPD) will den Zugang zu den Hochschulen in Rheinland-Pfalz erleichtern. Das sieht ein Entwurf für ein neues Hochschulgesetz vor.

Nach dem neuen Gesetzentwurf sollen Männer und Frauen mit einem Berufsabschluss noch einfacher als bisher studieren können. Bislang sei dafür im Falle einer Berufsausbildung zusätzlich eine mehrjährige Berufserfahrung nötig gewesen. Künftig könne ein Studium direkt nach einer Ausbildung aufgenommen werden. Das bringe mehr Durchlässigkeit zwischen den Ausbildungssystemen.

Zudem sollen die Hochschulen künftig Studierende intensiver beraten. Außerdem sieht der Gesetzentwurf vor, die Studienangebote flexibler zu gestalten. Es soll etwa mehr berufsbegleitende Studiengänge geben.

Wolf will eigenverantwortliche Hochschulen

Der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Konrad Wolf sagte, es gelte die Türen der Hochschulen noch weiter zu öffnen. In der Novelle sind auch Veränderungen in den internen Leitungsstrukturen der Unis und Hochschulen für angewandte Wissenschaften vorgesehen. Ziel sind nach Wolfs Angaben starke und eigenverantwortliche Hochschulen.

Außerdem soll es eine neue Form der Professur geben. An den Hochschulen für angewandte Wissenschaften sollen Tandem-Professuren kommen. Hier können Wissenschaftler für einen gewissen Zeitraum teils an der Hochschule, teils in Unternehmen oder einem Institut arbeiten, um später komplett für die Hochschule tätig zu werden.

Anhörung der Hochschulen und von Verbänden

Das Kabinett hat den 250 Seiten starken Gesetzentwurf bereits gebilligt. Nun startet die Anhörung der Hochschulen und von Verbänden. Voraussichtlich im Frühjahr nächsten Jahres werde dann eine aktualisierte Fassung vorliegen. 

Wolf sagte, nach zehn Jahren sei es Zeit für eine Novelle. Sie formuliere an mancher Stelle das, was an den Hochschulen schon längst Praxis sei, an anderen Stellen bringe sie Neues. Dazu zählt etwa, dass der Austausch zwischen Hochschulen und Ministerium etwa bei zentralen Fragen wie der Digitalisierung oder Internationalisierung künftig in einem Hochschulforum institutionalisiert werden soll.

CDU kritisiert Hochschulgesetzentwurf

Die oppositionelle CDU-Fraktion monierte, Minister Wolf bleibe Antworten schuldig. Es fehle an einer Vision für die Zukunft der Hochschulen im Land, erklärte die hochschulpolitische Sprecherin Marion Schneid. Es brauche unter anderem eine bessere Grundfinanzierung, damit die Hochschulen Planungssicherheit hätten, um ihre Aufgaben erfüllen und für Lehrende, Studierende und Beschäftigte gute Bedingungen schaffen zu können.

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