Ein Schlüssel mit AirBnB-Schlüsselanhänger liegt auf einer Hand (Foto: picture-alliance / dpa)

Gegen Wohnungsknappheit durch Online-Portale Wenn Touristen Wohnraum blockieren

Das rheinland-pfälzische Finanzministerium prüft, wie sich Kommunen gegen Wohnungsknappheit durch Online-Urlaubsportale wie AirBnB schützen können. Die Stadt Mainz wünscht sich die Möglichkeit, Verbote erlassen zu können.

Konkret geht es darum, ob die Kommunen die Möglichkeit bekommen sollen, sogenannte Zweckentfremdungsverbote zu erlassen. Diese könnten regeln, dass Vermieter Wohnungen nur noch einige Wochen im Jahr an Touristen vermieten dürfen, die über Portale wie AirBnB oder Wimdu buchen. Das Land müsste solche Verbote möglich machen.

Dauer

Für Touristen sind die Buchungen über Online-Portale eine Alternative zum Hotel: Privatleute können über die Plattformen Zimmer oder ihre ganze Wohnung an Touristen vermieten. Gleichzeitig wächst die Kritik an den Angeboten. In Städten mit Wohnungsnot werde so dringend benötigter Wohnaum blockiert.

Ebling: "Völlig überhitzter Wohnungmarkt"

Die Stadt Mainz wünscht sich angesichts des anhaltenden AirBnB-Trends und der Wohnungsknappheit die Möglichkeit, Verbote erlassen zu können. "Mich ärgert natürlich jede Wohnung, die sozusagen vom Netz geht. Wir haben einen völlig überhitzten Wohnungsmarkt", sagte Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) im Interview mit "Zur Sache Rheinland-Pfalz".

"Wir beobachten es und wir beobachten es auch sehr kritisch."

Michael Ebling (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Mainz

Bisher halte sich das Angebot noch in Grenzen, aber man kenne den zunehmenden Druck aus anderen Ballungsräumen. "Im Moment können wir nur zuschauen, und das tun wir mit kritischem Auge", so Ebling. Von der Landesregierung wünsche er sich Vorbereitungen für ein entsprechendes Gesetz. "So dass wir dann auch eine gesetzliche Grundlage hätten, um darauf eine Satzung aufzusetzen, die Wohnraum sichert. Und sobald wir merken, es nimmt überhand, würden wir diese Karte dann auch gerne spielen."

Wohnungen zweckentfremdet?

Auch die Stadt Trier beobachtet die Vermietungen über Online-Portale aufmerksam. "Der Wohnraum hier in der Stadt ist knapp", sagt Thomas Schmitt, Dezernet für Tourismus in Trier. "Das sehen wir dann schon mit Sorge, wenn ganze Wohnungen dann quasi entfremdet werden", so Schmitt. "Heute, glaube ich, hält das der Markt hier noch aus. Aber wenn das weiterwächst, wird das kritisch, und dann müsste der Gesetzgeber sich tatsächlich damit befassen."

Schild mit der Aufschrift
Über Platformen wie AirBnB können Privatleute Wohnungen und Zimmer an Touristen vermieten

Das rheinland-pfälzische Finanzministerium prüft, wie die Kommunen sich gegen Wohnungsknappheit durch die Online-Portale schützen können. Dafür schreibt das Ministerium in diesen Tagen die Städte und Kreise an, um zu erfahren, ob sie sich eine entsprechende Regelung wünschen.

Unterschiede zwischen Stadt und Land

"Der Wohnungsmarkt stellt sich in Rheinland-Pfalz sehr unterschiedlich dar", sagt Staatssekretär Stephan Weinberg. Während die Situation auf dem Land weniger schwierig wirke, scheine es sich in den Städten langsam zu einem Problem zu entwickeln. "Wir sind im Austausch mit den Kommunen und werden die Meinung der Kommunen sehr ernst nehmen", so Weinberg. Die Landesregierung will im September entscheiden, ob es eine Regelung geben wird.

STAND