Taser (Foto: picture-alliance / Reportdienste)

Elektroschocker im Streifendienst Taser für alle Polizeiinspektionen in Rheinland-Pfalz

Alle 72 Polizeiinspektionen in Rheinland-Pfalz sollen bis 2021 den sogenannten Taser erhalten. Das hat das Innenministerium mitgeteilt. Zuvor hatte sich bereits die Gewerkschaft der Polizei (GdP) dafür ausgesprochen.

Damit sei das Bundesland das erste, das die Elektroschockpistolen im Streifendienst einsetze, teilte Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Mittwoch mit. Speziell geschulte Polizisten in den Oberzentren, also in Ludwigshafen, Mainz, Koblenz, Trier und Kaiserslautern, haben die Distanz-Elektroimpulsgeräte bereits. Die anderen Inspektionen sollen nach und nach folgen. Entsprechende Haushaltsmittel seien bereits eingeplant.

"Nach der erfolgreichen Erprobung des Tasers im Bereich der Polizeiinspektion Trier war die Einführung in den Oberzentren der nächste wichtige Schritt zur geplanten landesweiten Ausstattung", sagte Lewentz.

Gewerkschaft befürwortet landesweite Einführung

Eine landesweite Einführung der Elektroschocker hatte zuvor auch GdP-Landeschefin Sabrina Kunz gefordert. Sie wünsche sich Taser auch für Dienststellen mit wenig Personal, sagte sie dem SWR. Dort liefen Beamte nämlich Gefahr, in einem Notfall keine Unterstützung zu bekommen.

Kunz verwies auf Erkenntnisse des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, wonach es zu Gewalt gegen Polizisten meist bei Routine-Einsätzen komme. Wenn dies auf Dienststellen passiere, wo man nachts nur mit einer Streife unterwegs sei, dann könne der Taser eine "gute Alternative zu Unterstützungskräften" sein, so Kunz.

Täter nach Beschuss handlungsunfähig

Mit einer Elektroschockpistole wird ein Täter mehrere Sekunden lang handlungsunfähig gemacht. Zwei mit Drähten verbundene Pfeile werden in den Brustbereich gezielt - über die Drähte werden dann elektrische Impulse auf den Körper übertragen.

Bei dem Test der Polizeiinspektion Trier wurden die Taser nach Angaben des Ministeriums vor allem bei Vorfällen mit gewalttätigen und aggressiven Menschen eingesetzt, die häufig unter Alkohol- oder Drogeneinfluss standen oder psychisch auffällig wirkten.

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