Unis Kaiserslautern und Landau (Foto: SWR, Collage: SWR)

Fusion rheinland-pfälzischer Universitäten Uni Koblenz ab 2023 eigenständig - mehr Zeit für K'lautern/Landau

Die Landesregierung hat die Pläne zur Fusion der Unis Landau und Kaiserslautern angepasst: Die Hochschulen bekommen mehr Zeit. Der Standort Koblenz soll zum 1. Januar 2023 selbstständig werden.

Vertreter der Universität Landau begrüßten den verlängerten Zeitplan der Landesregierung. Dadurch würde der Zeitdruck aus dem Fusionsprozess genommen. Mitarbeiter und Studierende aus Landau und Kaiserslautern könnten gemeinsam ein Konzept für die künftige rheinland-pfälzische Technische Universität entwickeln.

Wissenschaftsminister Konrad Wolf (SPD) hatte zuvor ankündigte, dass die Zusammenlegung nun langsamer erfolgen kann als ursprünglich geplant. Nach den Plänen des Wissenschaftsministeriums bleiben Landau und Kaiserslautern in den kommenden drei Jahren zunächst weitgehend eigenständig - mit eigenen Campuspräsidenten und Senaten, aber einer gemeinsamen Verwaltung. Schon im kommenden Jahr sollen Hochschulgremien für die Vorbereitung des Ganzen entstehen.

Kaiserslautern und Landau bekommen Zeit

Die beiden Unis sollen die künftigen inhaltlichen Ziele gemeinsam erarbeiten. Sollte der Prozess bis 2023 nicht abgeschlossen sein, könnte diese Phase laut Wolf um zwei Jahre verlängert werden. Erst danach sollen dann Landau und Kaiserslautern endgültig zu einer Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität fusioniert werden. Diese werde ein breites Fächerspektrum einer modernen TU mit einer starken Lehrerausbildung haben, hieß es aus dem Ministerium.

Koblenz habe als eigenständige Universität ganz andere Entwicklungsmöglichkeiten, betonte Wolf. Auch in Koblenz sei das Lehramtsstudium ein wichtiger Schwerpunkt. "Daneben ist die Informatik von wachsender Bedeutung. Es geht darum, diese Schwerpunkte in den nächsten Jahren weiterzuentwickeln" so der Minister. Vertreter des Bildungsministeriums und der Universität Koblenz stellen am Mittwochvormittag die Pläne für die Neuausrichtung des Standortes vor.

CDU befürchtet Schwächung der Uni Koblenz

Für die CDU ist genau das der Kritikpunkt. "Auf die Frage wie die Standorte unabhängig voneinander erfolgreich weiter entwickelt werden sollen, bekommen wir keine konkrete Antwort" bemängelte die hochschulpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Marion Schneid. Besonders hart treffe das Koblenz. Dem Hochschulstandort an Rhein und Mosel könnte eine massive Schwächung drohen.

Zu den nun vorgestellten Plänen erklärte Wolf, das Land und die Hochschulen hätten in guten Gesprächen zusammen ein Modell der Neuausrichtung entwickelt. Das Land werde einen Rahmen vorgeben, der große Freiräume lasse. Anfang 2020 soll der Gesetzentwurf dem Kabinett vorgelegt werden. Für Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ist die neue Struktur eine wichtige Anpassung an internationale Standards in der Wissenschaftslandschaft.

ASten fühlten sich nicht eingebunden

Wolf hatte ursprünglich geplant, Kaiserslautern und Landau bereits zum Wintersemester 2022 zusammenzulegen. Dies war aber vor allem in Kaiserslautern auf erbitterten Widerstand gestoßen. Immer wieder war der Minister für das Vorhaben kritisiert worden. Unter anderem fühlten sich Studentenvertreter in den ASten zu wenig eingebunden. Sie halten etwa die vom Land für die Trennung von Koblenz und Landau veranschlagten Kernkosten - das Ministerium spricht von kurz- und mittelfristigen Transaktionskosten - von acht Millionen Euro für zu niedrig.

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