Mastschweine in einem Stall (Foto: picture-alliance / dpa)

Fünf Fragen, fünf Antworten Wie gefährlich ist die Afrikanische Schweinepest?

In Osteuropa hat die Afrikanische Schweinepest schon tausende Tiere das Leben gekostet. Droht so ein Szenario auch in Rheinland-Pfalz? Und besteht für Menschen eine Gefahr? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Was ist die Afrikanische Schweinepest und wie wird sie übertragen?

Die Afrikanische Schweinepest - kurz ASP - ist eine Viruserkrankung. Anstecken können sich Haus- und Wildschweine. Sie reagieren mit starken Allgemeinsymptomen wie Fieber, Durchfall und Atemproblemen. Die Krankheit verläuft fast immer tödlich. Übertragen wird sie entweder direkt von Tier zu Tier - besonders effizient schon über kleinste Bluttropfen - oder indirekt über kontaminierte Gegenstände wie zum Beispiel Fahrzeuge und Jagdausrüstung. In Fleisch und Wurst kann das Virus mehrere Jahre überleben, selbst wenn diese gefroren oder geräuchert sind. Ein möglicher Ansteckungsweg sind also kontaminierte Lebensmittel, die Menschen auf Park- oder Picknickplätzen zurücklassen.

Ist die Krankheit gefährlich für Menschen oder andere Säugetiere - wie zum Beispiel Hunde?

Nein! Die Krankheit ist keine Infektionskrankheit, die vom Tier auf den Menschen übertragbar ist. Sie ist daher für Menschen ungefährlich. Auch andere Säugetiere wie Hunde und Katzen können sich nicht anstecken.

Warum machen sich Experten dann so große Sorgen?

Würde die Schweinepest auch in Deutschland ausbrechen, hätte das enorme wirtschaftliche Folgen. Für die betroffenen Regionen gäbe es Handels- und Vermarktungsrestriktionen. Das heißt, die dort ansässigen Landwirte dürften Fleisch und Fleischprodukte nicht mehr verkaufen, weder in Deutschland, noch in EU- oder Drittstaaten. Oft erlassen andere Länder auch Importverbote - dann könnten auch Schweine von Höfen nicht mehr verkauft werden, die eigentlich gar nicht betroffen sind. In Rheinland-Pfalz halten nach Angaben des Umweltministeriums etwa 2.200 landwirtschaftliche Betriebe Schweine. Ihnen droht ein riesiger wirtschaftlicher Schaden.

Ein Metzger zerlegt ein Schwein. (Foto: picture-alliance / dpa)
In Fleischprodukten kann das ASP-Virus mehrere Jahre überleben - für Menschen ist es aber nicht gefährlich.

Wo ist die Afrikanische Schweinepest bisher ausgebrochen?

Die Krankheit gab es - wie der Name schon sagt - ursprünglich nur in Afrika. Dort wird das Virus von Lederzecken übertragen, die in Europa nicht vorkommen. Seit 2007 treten immer mehr Fälle im äußerten Westen Asiens und in Europa auf - zuerst in Georgien und seinen Nachbarländern, dann auch in der Ukraine und Weißrussland. 2014 gab es die ersten Fälle in EU-Staaten: Betroffen sind bisher Litauen, Polen, Lettland, Estland, Tschechien und Rumänien. Das Friedrich-Loeffler-Institut erstellt regelmäßig Karten zur Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest.

Wie hoch ist die Gefahr für Rheinland-Pfalz?

Bisher gab es in Deutschland noch keinen Fall von Afrikanischer Schweinepest. Das zuständige Friedrich-Loeffler-Institut warnt aber: "Das Risiko der Einschleppung in die deutsche Wildschweinpopulation durch kontaminiertes Schweinefleisch oder daraus hergestellte Erzeugnisse durch Personen ist sehr hoch." Das Institut ruft die Bürger zur Wachsamkeit auf und bittet darum, tot aufgefundene Wildschweine an das Tierfund-Kataster zu melden. Außerdem sei bei Gegenständen besondere Vorsicht geboten, die Kontakt mit Blut hatten - also zum Beispiel Fahrzeuge, Stiefel, Messer und Kleidungsstücke. Lebensmittel mit Schweinefleisch aus den betroffenen Ländern dürfen nicht nach Deutschland eingeführt werden.

Wer weitere Informationen sucht, wird auch bei den rheinland-pfälzischen Behörden fündig: Das Umweltministerium hat ein sehr ausführliches FAQ zur Afrikanischen Schweinepest herausgegeben.

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