Flagge der Terrormiliz "Islamischer Staat" (Foto: dpa Bildfunk, Thomas Rassloff)

Frau soll aus Türkei abgeschoben werden IS-Verdächtige aus Rheinland-Pfalz vor Rückkehr

Die Türkei will in Kürze eine mutmaßliche IS-Anhängerin aus Rheinland-Pfalz nach Deutschland abschieben. SWR-Informationen zufolge handelt es sich um eine 28-Jährige namens Lisa R., die zeitweise in Idar-Oberstein lebte.

Die türkischen Behörden haben deutsche Diplomaten am vergangenen Donnerstag darüber informiert, dass die Frau in Auslieferungshaft sitze. Lisa R.s Rückkehr nach Deutschland könnte noch einige Wochen dauern, da sie nach SWR-Informationen drei in Syrien geborene Kinder hat. Deren Identität beziehungsweise Staatsangehörigkeit müsse zunächst geklärt werden, heißt es in Behördenkreisen.

Lisa R. 2014 nach Syrien gereist

Lisa R. war 2014 über die Türkei nach Syrien ausgereist. Sie hatte sich vier Mitgliedern einer somalischen Familie angeschlossen, die ebenfalls in Idar-Oberstein wohnten. Eines dieser Familienmitglieder hatte die Konvertitin geheiratet. Der Ehemann soll bereits 2015 in Syrien ums Leben gekommen sein.

Die weiteren Stationen der Frau in Syrien sind unklar. Laut Behördenkreisen gehörte Lisa R. allerdings nicht zu einer Gruppe von Frauen, die im Oktober aus einem Lager im nordsyrischen Ain Issa verschwanden. Gegen Lisa R. ermittelt nach SWR-Informationen die Bundesanwaltschaft wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat (§ 89a StGB). Ein Haftbefehl liegt jedoch nicht vor.

Innenministerium weiß nichts über Lisa R.

Ein Sprecher des rheinland-pfälzischen Innenministeriums sagte am Mittwoch, dass es "keine konkreten Erkenntnisse zu unmittelbar bevorstehenden Rückkehrfällen" gebe. Die Sicherheitsbehörden ergriffen aber "alle notwendigen und zulässigen Maßnahmen" zur Minimierung von Gefahren.

Offenbar weitere Abschiebungen geplant

Nach Informationen des "Spiegel" will Ankara zudem bereits in dieser Woche neun weitere mutmaßliche IS-Anhänger nach Deutschland abschieben. Demnach wird am Donnerstag zunächst die siebenköpfige Familie des Deutsch-Irakers Kanan B. erwartet. Bei dem Mann handle es sich um einen radikalen Salafisten. Am Freitag würden dann zwei Frauen nach Deutschland einreisen, die in einem syrischen Gefangenenlager für IS-Anhänger gesessen hätten.

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