Eine Maschine der chinesischen Frachtlinie Suparna wird am Flughafen FrankfurtHahn nach ihrem Erstflug entladen (Foto: picture-alliance / dpa)

Frachtgeschäft im Aufwind Flughafen Hahn eröffnet neue Frachtrouten nach China

Neue Deals mit Asien beflügeln den angeschlagenen Flughafen Hahn. Er hat zusätzliche Frachtverbindungen nach China gestartet. Das Passagieraufkommen schwächelt weiterhin.

Die neuen Routen seien Teil eines Luftfrachtabkommens des chinesischen Unternehmens China Aerospace International Holdings Limited (CASIL), um über das Drehkreuz Flughafen Frankfurt-Hahn asiatische Warenströme für Europa zu verteilen, teilte der Flughafen mit. Er gehört zu 82,5 Prozent dem chinesischen Konzern HNA und zu 17,5 Prozent dem Land Hessen.

"Trotz aller Unkenrufe setzen wir die positive Entwicklung am Standort Hahn fort", sagte Christoph Goetzmann, Mitglied der Hahn-Geschäftsführung - mit Blick auf das schwächelnde Passagieraufkommen, aber wachsende Frachtgeschäft im Hunsrück. Ein Regenschauer sei noch kein verregneter Sommer, ergänzte er.

Frachtgeschäft steigt deutlich an

Von Januar bis Oktober 2018 stieg die Fracht am Flughafen Hahn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 58,4 Prozent auf 144.895 Tonnen an. Das geht aus der jüngsten Statistik der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) hervor. Zugleich sank die Zahl der Passagiere um 14,1 Prozent auf 1.858.415.

Ryanair verringert zudem sein Angebot im Sommerflugplan 2019 erneut deutlich. Die Bürgerinitiative gegen den Nachtflughafen Hahn schätzt das Minus bei Passagieren von April bis Oktober 2019 auf eine halbe Million im Jahresvergleich.

Expertin: Weniger Flüge durch Ryanair ein schwerer Schlag

Die Frankfurter Luftfahrtspezialistin Yvonne Ziegler erklärte, die Reduzierung der Flüge durch die Billig-Airline sei ein schwerer Schlag. Es werde sehr schwer sein, dieses Volumen durch neue Airlinekunden aufzufüllen. Wenn die Verlagerung von Ryanair-Flügen von kleinen zu großen Flughäfen wie Frankfurt/Main anhalte, sei es denkbar, dass die irische Airline irgendwann ihre bis zu vier am Hahn stationierten Maschinen abziehe.

Gleichwohl sei die deutliche Steigerung des Frachtvolumens und die Zusammenarbeit mit CASIL sehr positiv zu werten. Ob es jedoch gelinge, die sinkenden Erlöse aus Passagier- und Einzelhandelsentgelten durch die steigenden Erlöse aus dem Frachtgeschäft zu kompensieren, bleibe abzuwarten.

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