Flugbegleiter der Lufthansa streiken (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Nach Ausstand der Flugbegleiter Gewerkschaft Ufo verzichtet vorerst auf weitere Warnstreiks

Die Gewerkschaft der Flugbegleiter, Ufo, will nach den Warnstreiks bei den Lufthansa-Töchtern in der laufenden Woche nicht mehr streiken. Die Lufthansa bestätigte inzwischen, dass es am Sonntag 100 Flugausfälle gab; Ufo nannte eine noch höhere Zahl.

Zur aktuellen Lage am Montagmorgen sagte eine Lufthansa-Konzernsprecherin: "Wir können unser übliches Angebot fliegen." Mehrere Tausend Passagiere dürften am Sonntag betroffen gewesen sein. Genaue Zahlen nannte die Lufthansa nicht.

In dieser Woche keine Warnstreiks mehr

Die Gewerkschaft Ufo verzichtet in dieser Woche auf weitere Warnstreiks. Das habe man nach einer ersten Abstimmung mit den Tarifkommissionen entschieden, teilte ein Mitglied der Gewerkschaftsspitze mit. Die 19-stündigen Aktionen am Sonntag seien ein voller Erfolg gewesen. Die Zahl der ausgefallenen Verbindungen bezifferte er auf mehr als 150, die Kabinenmitarbeiter hätten sich "mit großer Mehrheit" an der Arbeitsniederlegung beteiligt.

Lufthansa hatte hingegen mitgeteilt, dass sich mehr als 90 Prozent der Crews zum Dienst gemeldet hätten. Bei der Zahl der ausgefallenen Flüge bestätigte das Unternehmen lediglich die in Medien genannte Größenordnung von 100 Ausfällen. Lufthansa erkennt den neuen Gewerkschaftsvorstand nicht an. Man werde das Geschehen bewerten und prüfe weiterhin juristische Schritte, sagte die Sprecherin.

Urabstimmung über unbefristete Streiks läuft

Ufo befindet sich bei der Lufthansa-Kerngesellschaft sowie bei den deutschen Töchtern Eurowings, Germanwings, Lufthansa Cityline und Sunexpress in einem Arbeitskampf und hat eine Urabstimmung über unbefristete Streiks eingeleitet. Diese soll zum 1. November abgeschlossen werden.

Verschiedene Forderungen für Lufthansa-Töchter

Für jede einzelne Gesellschaft hat Ufo eigene Tarifforderungen aufgestellt. Von den vorübergehenden Arbeitsniederlegungen sind ausschließlich Flugbetriebe mit deutschem Tarifrecht betroffen. Der Lufthansa-Konzern erfüllt die Forderungen teilweise bereits freiwillig. So zahlt die Lufthansa-Kerngesellschaft bereits 2 Prozent mehr Gehalt, obwohl Ufo im derzeitigen Arbeitskampf nur 1,8 Prozent gefordert hat.

Zum Abschluss förmlicher Tarifverträge mit Ufo ist Lufthansa aber weiterhin nicht bereit. Sie erkennt den Ufo-Vorstand nach erheblichen Führungsquerelen nicht mehr als vertretungsberechtigt an und will der Gewerkschaft vor Gericht die Fähigkeit absprechen lassen, Tarifverträge rechtsgültig abzuschließen. Im Hintergrund schickt sich die Konkurrenzgewerkschaft Ver.di an, neue Tarifverträge für das Kabinenpersonal abzuschließen.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen RP
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