Der Feuerwerksverkauf 2018 startet - einige Verbote für Feuerwerk gibt es aber in Rheinland-Pfalz zu beachten. (Foto: picture-alliance / dpa)

Feuerwerksverkauf startet Hier herrscht in Rheinland-Pfalz Böllerverbot

Rheinland-Pfälzer dürfen zu Silvester in der Regel nach Lust und Laune böllern. Einige wenige Verbote für Raketen und Kracher gelten etwa um Altenheime oder Fachwerkhäuser.

Grundsätzlich verboten ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in Rheinland-Pfalz in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen. Das Sprengstoffgesetz verbietet Pyrotechnik auch in der Nähe von besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen.

Die Stadt Mainz weist beispielsweise auf ein Verbot von Feuerwerkskörpern in der Nähe von Fachwerkhäusern hin. Eine ausgeschilderte Verbotszone gibt es laut Polizei aber nicht. Beamte würden umhergehen und auf Verbote hinweisen. In Speyer haben die Behörden zum Schutz der Altstadt eine raketenfreie Zone ausgewiesen. In der Silvesternacht wird unter anderem das Areal des Weihnachts- und Neujahrsmarkts abgesperrt. 

Umweltministerium plant keine weiteren Böller-Verbote

Eine Verschärfung der Böller-Verbote wie sie zuletzt die Deutsche Umwelthilfe gefordert hatte, hält das rheinland-pfälzische Umweltministerium für nicht erforderlich. Zwar verursache die Silvester-Böllerei viel Feinstaub, doch in den vergangenen Jahren seien "die ganz hohen Feinstaub-Spitzenwerte nicht mehr erreicht" worden, heißt es aus dem grün-geführten Ministerium.

Auch die rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende und Bundesagrarministerin, Julia Klöckner, lehnte bei Twitter eine Verschärfung ab. Die Deutsche Umwelthilfe hatte gefordert, in Städten mit starker Luftbelastung das private Böllern zu verbieten und stattdessen professionelles Feuerwerk am Stadtrand zu veranstalten.

... und das Lachen soll wahrscheinlich auch noch verboten werden ... https://t.co/eDkMW083hg

Höchster Feinstaubwert in Mainz an Silvester

In Rheinland-Pfalz führte das Feuerwerk zum Jahreswechsel 2017/2018 laut Umweltbundesamt zu einer kurzzeitigen Spitze der Feinstaubbelastung am 1. Januar 2018 um 1:00 Uhr. Der landesweit höchste Wert wurde in Mainz gemessen (184 µg/m³), der zweithöchste in Ludwigshafen (150 µg/m³). Die Werte seien aber bereits eine Stunde später auf Normalwerte zurückgegangen, die dem Jahresdurchschnitt entsprächen, so das Bundesumweltamt. Am bundesweit höchsten lag der Feinstaubwert im bayerischen Fürth (1.330 µg/m³).

Eine Karte zeigt die Feinstaubbelastung an Silvester in Rheinland-Pfalz. (Foto: SWR, Datenquelle: Umweltbundesamt)
Feinstaubbelastung in Rheinland-Pfalz an Silvester kurz nach Mitternacht und die Durchschnittswerte für den Neujahrstag 2018. Datenquelle: Umweltbundesamt

Das Amt weist aber auch darauf hin, dass es beim vergangenen Jahreswechsel sehr windig war. Der Wind habe den freigesetzten Feinstaub schnell verteilt. Bei anderen Wetterbedingungen könne sich der Feinstaub über viele Stunden bis hin zu mehreren Tagen in der Luft halten.

Finger weg von selbstgebastelten Böllern

Die rheinland-pfälzischen Behörden warnen ausdrücklich vor nicht zugelassenen oder selbstgebastelten Silvesterknallern. Hierbei könne es leicht ungewollt zu einer Explosion kommen. Sachbeschädigungen, aber auch schwerwiegende Körperverletzungen könnten die Folge sein, warnt die Polizei.

Festgestellte Verstöße sind Ordnungswidrigkeiten und können im Einzelfall mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Feuerwerk nur für Erwachsene

Klare Vorschriften gibt es für den Verkauf von Raketen und Böllern: Sie dürfen erst ab dem 28. Dezember über die Ladentheke gehen. Außerdem müssen sie eine Registrierungsnummer sowie das Zulassungszeichen der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) oder ein gültiges CE-Zeichen in Verbindung mit der Kennnummer der Prüfstelle tragen. Zugelassen ist lediglich Pyrotechnik der Kategorien F1 und F2.

Personen unter 18 Jahren dürfen Feuerwerkskörper der Kategorie 2 weder kaufen noch abbrennen. Wunderkerzen und andere Artikel, die zur Kategorie 1 gehören, dürfen schon Zwölfjährige zünden.

Händler dürfen Feuerwerkskörper der Kategorie 2 nicht an unter 18-Jährige verkaufen (Foto: picture-alliance / dpa)
Händler dürfen Feuerwerkskörper der Kategorie 2 nicht an unter 18-Jährige verkaufen

Tierschützer rufen zum Feuerwerk-Verzicht auf

Für einen freiwilligen Verzicht auf Feuerwerk wirbt der Tierschutzbeirat Rheinland-Pfalz. Die plötzlichen Knall- und Lichteffekte verstörten Haus- und Nutztiere und ängstigten Wildtiere. Zudem fordern die Tierschützer die Aufnahme des Tierschutzes in die Sprengstoffverordnung.

"Nicht das Verbot der Feuerwerke, sondern der wirksame Schutz der Tiere vor Böllern und Lichtkaskaden steht im Mittelpunkt.

Christiane Baumgartl-Simons, Vorsitzende des Tierschutzbeirats Rheinland-Pfalz

Umweltministerium: Möglichst wenig Böller

Das rheinland-pfälzische Umweltministerium rät zur Rücksichtnahme gegenüber Umwelt, Mitbürgern und Tieren. Es sei immer sinnvoll, auf Raketen und Böller zu verzichten oder möglichst wenig zu böllern.

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