Weihnachtsbaum im Auto (Foto: picture-alliance / dpa)

Fünf Dinge, die Sie wissen sollten Autofahren im Winter

Fünf Dinge, die Sie wissen sollten Autofahren im Winter

Sind Winterreifen Pflicht? Wie muss ich meine Fahrweise bei extremen Bedingungen anpassen? Wie müssen Weihnachtsbäume gesichert werden? Wichtige Fragen in der dunklen Jahreszeit. Hier die Antworten.

1. Sind Winterreifen nun Pflicht oder nicht? Eine Frage, die jedes Jahr aufs Neue diskutiert wird.

Winterreifen (Foto: picture-alliance / dpa)

Es gibt keine Winterreifenpflicht in Deutschland. In der Straßenverkehrsordnung ist unter § 2 Absatz 3a jedoch geregelt, dass die Ausrüstung von allen Kraftfahrzeugen entsprechend den Wetterverhältnissen angepasst sein muss.

Bei Schnee und Eisglätte, egal ob im Dezember oder erst im April, dürfen nur Fahrzeuge fahren, die geeignete Reifen haben. Jeder Autobesitzer kann aber an schnee- und eisfreien Tagen mit Sommerreifen fahren. Haben Sie jedoch bei schlechtem Wetter nicht angemessene Bereifung, kostet das 60 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg. Bei Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer wird es noch teurer.

Seit 2017 sind neben den Fahrern auch die Halter dran, wenn diese es zulassen oder sogar anordnen, dass ihr Fahrzeug bei Schnee und Eis ohne Winterreifen unterwegs ist. Auch hier drohen saftige Geldstrafen und ein Punkt in Flensburg.

2. Regen - Pfütze - Fußgänger nass. Wer zahlt?

Auto fährt durch Pfütze (Foto: picture-alliance / dpa)

Die Straßenverkehrsordnung verpflichtet den Autofahrer zu ständiger Vorsicht und gegenseitiger Rücksicht. Er muss seine Fahrweise aber nur allgemein an die Bedingungen anpassen. Das verpflichtet ihn nicht, mit Schrittgeschwindigkeit durch Pfützen zu fahren. Denn ein plötzliches Abbremsen oder Langsamfahren erhöht die Unfallgefahr. Und ständiges Schritttempo in Ortschaften würde den Straßenverkehr unzumutbar beeinträchtigen.

Sollte die Geschwindigkeit aber nicht angemessen sein oder sogar über der geltenden Höchstgeschwindigkeit liegen, muss der Fahrer für Reinigungskosten aufkommen - ganz oder teilweise. Aber auch der Fußgänger ist in der Haftung, denn auch er muss seine Kleidung den äußeren Bedingungen anpassen.

3. Wenn der Weihnachtsbaum mitfährt

Weihnachtsbaum im Auto (Foto: picture-alliance / dpa)

Der Baum muss sicher im oder auf dem Auto verstaut werden. Das bedeutet, dass er weder vorn noch seitlich über das Fahrzeug hinausragen darf. Ragt er mehr als einen Meter über das Autoheck hinaus, ist eine rote Fahne am Stammende Vorschrift. Kennzeichen, Scheinwerfer, Blinker oder auch Rückleuchten dürfen nicht verdeckt werden.

Wird der Baum auf dem Dach befestigt, muss er fest mit dem Trägersystem verzurrt sein. Sollte er vom Dach rutschen und einen Unfall verursachen, drohen mindestens 60 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg.

Seinen Tannenbaum im Fahrgast- oder Kofferraum zu transportieren, kann ebenfalls gefährlich werden: Beim Bremsen kann sich der zwischen den Sitzen eingeklemmte Stamm leicht in die Nähe von Mittelkonsole, Gangschaltung oder Frontscheibe bewegen. Sicht und Bewegungsfreiheit des Fahrers darf durch die Baumladung aber nicht eingeschränkt werden.

Die Spitze muss nach hinten zeigen

Wer den Tannenbaum trotzdem als Beifahrer mitnehmen will, muss wissen: Anschnallpflicht gilt für alle, also auch den Weihnachtsbaum. Mit Spanngurten muss er im Auto festgezurrt werden und die Baumspitze muss nach hinten zeigen. Ragt der Baum dabei aus dem Kofferraum raus, muss immer eine rote Fahne angebracht werden. Und hier ist ein Überstand von einem Meter das Maximum.

4. Wie soll ich mich verhalten, wenn das Auto bei starkem Regen den Kontakt zum Boden verliert?

Aquaplaning (Foto: picture-alliance / dpa)

Je höher die Geschwindigkeit ist, desto schlechter kann ein Reifen das Wasser auf der Fahrbahn verdrängen. Irgendwann reißt der Bodenkontakt ab und das Auto "schwimmt" führerlos auf einem dünnen, keilförmigen Wasserfilm. Deshalb: Runter vom Gas. Je langsamer man wird, um so größer ist die Chance, dass die Reifen auch im Wasser wieder Straßenkontakt bekommen. Ist das Auto mit ESP (Electronic Stability Control) ausgestattet, was seit 2014 in der EU Pflicht ist, auf keinen Fall die Kupplung treten, sonst wird das elektronische Stabilitätsprogramm ausgeschaltet. Und das sorgt ja eigentlich für die schnelle Stabilisierung des Autos.

Ohne ESP aber: Kupplung treten. Selbst wenn die Reifen wieder Bodenhaftung haben, kann das Auto immer noch schwer beherrschbar sein. Weiterhin das Lenkrad fest und gerade in beiden Händen halten und langsam fahren. Ein weiterer ganz wichtiger Punkt ist der Abstand zum Vordermann. Der Abstand sollte bei Regen mindestens doppelt so groß sein, denn der Bremsweg verlängert sich bei starken Bremsungen extrem. Und: Lassen Sie sich nicht drängeln.

5. Herabfallende Eisbrocken - wer haftet?

Schnee auf Autobahn (Foto: picture-alliance / dpa)

Heruntergefallene Schnee- oder Eisbrocken sind eine große Gefahr. Die Autofahrer - egal ob Pkw oder Lkw - sind laut Staßenverkahrsordnung dazu verplichtet, ihr Fahrzeug vor dem Start zu enteisen. Für Lastwagen, die ja zum Teil sehr hoch sind, gibt es an vielen Raststätten und Autohöfen entsprechende Anlagen.

Kommen die Fahrer ihrer Pflicht nicht nach, drohen Bußgelder und Punkte in Flensburg.

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