Kind schaut auf Handy (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Hans Wied/dpa Zentralbild)

Experten beraten in Mainz Wenn Soziale Medien süchtig machen

Nicht nur Alkohol und Nikotin können abhängig machen, auch Computerspiele und Soziale Medien. Auf dem Deutschen Suchtkongress in Mainz diskutieren Experten über Probleme und Lösungen.

Internet, Handy, Alkohol - Suchtgefahren lauern in vielen Lebensbereichen. Mehr als 300 Suchtexperten diskutieren bis Mittwoch auf dem Campus der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz auf dem diesjährigen Deutschen Suchtkongress aktuelle Entwicklungen in der Suchtforschung.

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Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Anreize für einen exzessiven Gebrauch von Substanzen oder exzessiv ausgeübte Verhaltensweisen seien allgegenwärtig, warnen die Experten. Und sie "scheinen weiter zuzunehmen". Süchte sorgten dabei häufig für großes Leid, wobei sie sich oft unentdeckt entwickelten.

"Durchdringung mit elektronischen Medien"

"Wegen der zunehmenden Durchdringung mit elektronischen Medien steigt die Suchtgefahr", sagt Kongresspräsident Klaus Wölfling. Als Beispiele nennt der Psychologische Leiter an der Universitätsmedizin Mainz etwa die Sucht nach Sozialen Medien, Pornografie oder Computer- und Onlinespielen. Für diese Spiele gelte: "Die Hersteller nutzen Suchtpotentiale stärker aus."

Vor der Verbindung von Spielen und Smartphone warnt Michael Dreier von der Psychosomatischen Klinik in Mainz. Das Problem sei: Gerade bei derzeit beliebten In-App-Käufen fehlten Jugendschutzregulationen, um beispielsweise die Menge der Käufe zu begrenzen. Für Jugendliche schlägt Dreier daher eine finanzielle Obergrenze vor.

Studie zu Therapie

Zur Therapie von Internet- und Computerspielsucht stelle die Psychosomatische Klinik der Universitätsmedizin Mainz auf dem Kongress eine Behandlungsstudie vor, sagt Wölfling. Sie zeige, dass die Chance, sich von einer Sucht zu befreien, mit einer Therapie etwa zehn Mal höher ist als ohne.

Eine Therapie bestehe etwa aus Einzel- und Gruppengesprächen zur Reflexion des eigenen Suchtverhaltens sowie einer sechswöchigen Abstinenz von Computer und Smartphone. "Die Patienten sollen im Anschluss aber wieder lernen, normal mit dem Internet umzugehen."

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