Um die Höhe von Bahnsteigen gab es Streit (Foto: picture-alliance / dpa, SWR)

Es dürfen auch 55 Zentimeter sein Einigung im Streit um Bahnsteighöhen

Im Streit um die Höhe von Bahnsteigen hat Rheinland-Pfalz mit der Deutschen Bahn eine Einigung erzielt. In dem Konflikt geht es um bequemes und barrierefreies Einsteigen - und um viele Millionen Euro.

Rund 95 Prozent der Verkehrsstationen in Rheinland-Pfalz, für die eine Höhe der Bahnsteige von 55 Zentimeter vereinbart worden war, können weiter so geplant und gebaut werden. Das teilte der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) vor dem Beginn des Deutschen Nahverkehrstages in Koblenz mit.

76 contra 55 Zentimeter

In dem Konflikt geht es um bequemes und barrierefreies Einsteigen in Züge - und um viele Millionen Euro. Hintergrund ist, dass der Bund und die DB 2017 weitgehend flächendeckend eine einheitliche Bahnsteighöhe von 76 Zentimetern gefordert hatten. Damit brachten sie laut Wissing die Planungen in Rheinland-Pfalz ins Stocken. Mit Blick auf eine Höhe von 55 Zentimetern erklärte der Minister: "Es wurden bereits Bahnsteige entsprechend ausgebaut und dazu passend Fahrzeuge bestellt. Für die so in weiten Teilen des Landes bereits erreichte Barrierefreiheit wäre dies ein deutlicher Rückschritt gewesen."

Ausnahmen Trier und Nahe

Mit der neuen Einigung hat sich Rheinland-Pfalz laut Wissing als eines der ersten Bundesländer bei der DB durchgesetzt. Lediglich für die Trierer Weststrecke und die Nahestrecke seien Ausnahmen vereinbart worden: Auch hier könne zunächst mit 55 Zentimetern weiter geplant und auch gebaut werden, langfristig bleibe aber die von der DB geforderte Zielhöhe von 76 Zentimeter bestehen. Diese wird jedoch nach Worten des Ministers erst angestrebt, wenn künftig eine dazu passende Generation von Zügen eingesetzt werde.

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