Steuerflucht (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa-Zentralbild)

Ermittlungen zu Panama Papers Bundesweite Steuer-Razzia - auch in Rheinland-Pfalz

Bei einer bundesweiten Razzia wegen Steuerhinterziehung sind zahlreiche Objekte durchsucht worden - auch in Rheinland-Pfalz. Hintergrund sind die so genannten Panama Papers.

Drei Jahre nach den Enthüllungen der Panama Papers haben die Ermittler am Mittwoch Wohn- und Geschäftsräume an bundesweit 15 Orten durchsucht.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt filzten die Fahnder private Wohnräume in Konz (Kreis Trier-Saarburg), Bad Tölz, Erkrath, Hamburg, Simmerath und auf Sylt. Durchsucht wurden auch Geschäftsräume von sechs Vermögensverwaltungsgesellschaften in Hamburg.

Von der Durchsuchung der Geschäftsräume von 14 Banken und Sparkassen, darunter in Trier, sowie von vier Steuerberatern sei abgesehen worden. Diese hätten die geforderten Beweismittel freiwillig herausgegeben, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwochabend nach Abschluss der Aktion mit. An der Razzia waren auch Fahnder des Finanzamtes Trier beteiligt. Insgesamt waren bundesweit rund 110 Beamte im Einsatz.

Acht Privatleute im Fokus der Ermittler

Justiz und Steuerbehörden beschuldigen acht Privatleute, über eine frühere Tochtergesellschaft der Deutschen Bank Briefkastenfirmen in Steueroasen gegründet und so Geld am deutschen Fiskus vorbeigeschleust zu haben. Um welche Summe es geht, teilte die Staatsanwaltschaft nicht mit.

Die aktuelle Razzia steht den Angaben zufolge im Zusammenhang mit Durchsuchungen bei der Deutschen Bank im vergangenen November. Der Verdacht: Mitarbeiter des Instituts sollen Kunden geholfen haben, Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen zu gründen und so Gelder aus Straftaten zu waschen. Zahlreiche Verfahren wurden seitdem eingeleitet.

Panama Papers wurden den Medien zugespielt

Der Verdacht gegen die Mitarbeiter hatte sich nach einer Auswertung der Daten der sogenannten Offshore-Leaks und Panama Papers durch das Bundeskriminalamt (BKA) ergeben. Das BKA hatte im Kampf gegen Geldwäsche und Steuerbetrug im Sommer 2017 die Panama Papers gekauft. Der internationalen Medien zugespielte Datenberg zeigte große Geldströme nach Panama, wo Tausende Briefkastenfirmen angesiedelt sind.

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