Ein Styropor-Behälter zum Transport von zur Transplantation vorgesehenen Organen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Soeren Stache/dpa)

Entgegen dem Bundestrend Mehr Organspenden in Rheinland-Pfalz

Die Zahl der Organspender in Deutschland ist im vergangenen Jahr insgesamt zurückgegangen. Nicht so in Rheinland-Pfalz: Hier ist die Zahl leicht gestiegen.

Wie aus den am Montag veröffentlichten vorläufigen Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) hervorgeht, haben im vergangenen Jahr 49 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe für eine Transplantation gespendet - im Jahr zuvor waren es nur 37.

Auch die Zahl der gespendeten Organe stieg von 115 im Jahr 2018 auf zuletzt 153. Deutschlandweit hingegen sank die Zahl der Organspender von 955 auf 932.

Deutschland eines der Schlusslichter

Bei den gespendeten Organen verzeichnete die DSO einen Rückgang von 3.113 im Jahr 2018 auf 2.995. Mit einer bundesdurchschnittlichen Spenderrate von 11,2 Spendern pro eine Million Einwohner sei Deutschland damit weiter eines der Schlusslichter im internationalen Vergleich, heißt es.

Der Bundestag entscheidet am Donnerstag, wie die Organspende in Deutschland in Zukunft geregelt werden soll. Die Stiftung Organspende ist für die Widerspruchslösung: Damit wäre jeder Organspender, der das nicht ausdrücklich ablehnt.

Kirchen lehnen geplante Widerspruchslösung ab

Die evangelische und die katholische Kirche in der Pfalz lehnen diese geplante Neuregelung zur Organspende ab. Die Widerspruchslösung sei ethisch, rechtlich und seelsorglich hoch problematisch, erklären sowohl der Präsident der evangelischen Kirche der Pfalz, Christian Schad, als auch der katholische Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann.

Notwendige Bedingung für eine Organspende ist aus Sicht der Kirchenvertreter, dass sich Spender vorher informieren und ausdrücklich ihre Einwilligung erklären. Diese Entscheidung nur durch eine "vermutete Zustimmung" zu ersetzen, sei nicht verantwortbar, so Schad und Wiesemann.

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