Jemand schreibt das Wort "Islam" an eine Tafel. (Foto: picture-alliance / dpa)

Diskussion um Religionsunterricht Islamverband fordert Wiederaufnahme von Verhandlungen

Der Islamverband Schura hat die Landesregierung aufgefordert, die Verhandlungen über einen islamischen Religionsunterricht wieder aufzunehmen. Vom Land beauftragte Gutachten lassen an der Verfassungstreue des Verbands zweifeln.

Der Vorsitzende der Schura, Akif Ünal, teilte mit, die beiden Gutachten hätten bestätigt, dass es sich bei der Schura Rheinland-Pfalz um eine Religionsgemeinschaft handele.

In den Gutachten wird unter anderem bemängelt, dass aktuell drei Schura-Gemeinden der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüs (IGMG) vom Verfassungsschutz beobachtet würden: der Mainzer Arab Nil Rhein Verein, der Islam Info Service Mainz und der Verein der Islamischen Kultur Koblenz.

Kulturminister Wolf hatte am Mittwoch erklärt, die Islamverbände müssten zunächst jede ausländische Einflussnahme auf ihre Arbeit und Zweifel an ihrer Verfassungstreue ausräumen. Dies solle nach einem Jahr überprüft werden.

Islamunterricht in einer Schulklasse (Foto: picture-alliance / dpa)
Islamunterricht gibt es in Rheinland-Pfalz bislang nur als Modellprojekt. (Symbolbild)

Ünal: Schura bekennt sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung

Ünal sieht bei seinem Verband hingegen keinen Nachholbedarf. In den Gutachten werde zutreffend auf die ethnische und innermuslimisch-konfessionelle Heterogenität der Schura hingewiesen. Diese stelle letztlich eine Abbildung der muslimischen Gemeinschaft in Rheinland-Pfalz dar. Außerdem gehe aus den Gutachten eindeutig hervor, dass die Schura sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekenne. Anderslautende Vorwürfe seien nicht substanziell belegt.

Neben der Schura sind die Verhandlungen auch mit Ditib, dem Verband Islamischer Kulturzentren (VIKZ) und der Ahmadiyya Muslim Jamaat seit 2016 unterbrochen. Damals hatte sich das Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei deutlich verschlechtert. Grund war die drastischen Reaktionen der türkischen Regierung auf einen gescheiterten Militärputsch.

STAND